Eine Würdigung der Ära Knutzen

Feierlich enthüllten Bürgervorsteher Dieter Holst, Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz (rechts), Gisela Knutzen  (rechts) und Carmen Karp mit Unterstützung von Klaus Hansen  das Straßenschild.
Feierlich enthüllten Bürgervorsteher Dieter Holst, Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz (rechts), Gisela Knutzen (rechts) und Carmen Karp mit Unterstützung von Klaus Hansen das Straßenschild.

Weg zwischen Plöner Straße und Stadtgraben nach verstorbenem Bürgermeister benannt / Straßenschild jetzt feierlich enthüllt

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05. Juni 2014, 12:48 Uhr

Die Idee hatte Carmen Karp aus dem Eutiner Bauamt: Bei dem Auftrag, für den neuen Weg entlang dem Anbau der Weber-Schule einen Namen zu finden, kam sie auf Altbürgermeister Friedrich Knutzen: Sein Tod im vergangenen Jahr fiel mit der Fertigstellung des neuen Weges zusammen, der Plöner Straße und Stadtgraben verbindet. Und dieser Weg führt in einen Teil der Stadt, dessen Aussehen wesentlich in der Amtszeit Knutzens entwickelt wurde.

Gestern wurde das Schild Bürgermeister-Knutzen-Weg mit dem Zusatz Friedrich Knutzen, Amtszeit 1966 bis 1984, offiziell enthüllt. Bürgervorsteher Dieter Holst, Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz, die Witwe Gisela Knutzen und Carmen Karp nahmen gemeinsam mit Unterstützung von Baubetriebshof-Mitarbeiter Klaus Hansnen diesen feierlichen Akt vor.

Sie finde die Widmung gut, sagt Gisela Knutzen. Und Caren Karp räumt ein, dass sie Friedrich Knutzen zwar mal begegnet sei, ihn aber nicht richtig gekannt habe. Trotzdem sei sie auf den Altbürgermeister gekommen, als es an die Suche nach einem Namen für den neuen Fußweg gegangen sei.

Der wurde nach der Fertigstellung des Anbaus der Weber-Schule angelegt. Vor der Schulerweiterung gab es bereits eine Verbindung zwischen Stadtgraben und Plöner Straße, die nach der frühe an der Plöner Straße existierenden Tankstelle der Saulsche Weg genannt wurde.

Friedrich Knutzen war am 20. Oktober 2013 im Alter von 83 Jahren gestorben. In den 18 Jahren als Bürgermeister hat er in der Stadt deutlich mehr Spuren hinterlassen als viele Amtsvorgänger. In einer Würdigung zum 80. Geburtstag nannte ihn der OHA den „Baumeister des modernen Eutin“. Der in Kiel geborene Knutzen, dessen Familie 1943 nach Eutin gekommen war, hatte Jura und Physik studiert. Als er am 1. August 1966 das Amt des Bürgermeisters übernahm, begann er zielstrebig den Aufbau moderner Strukturen. Als erstes schob er den Bau des Feuerwehrhauses am Priwall an, da die Feuerwehr bis dahin in einer unbeheizten Remise des Schlosses (heute Kreisbibliothek) untergebracht war. Es folgten die Erschließung der Wohngebiete am Kamp, das erste dreistufige Klärwerk im Land, ein neues Wasserwerk, moderne Erdgasversorgung, Bau und Erweiterung von Schulen und Sportstätten – alles Ära Knutzen. Fußgängerzone, innenstadtnahe Parkplätze (Ihlpool, Stadtgraben, Segenhörn, Berliner Platz) und eine moderne Verkehrsführung: ebenfalls Ära Knutzen.

Kerntangente, Süd- und Westumgehung, Opernring: Alles Projekte, die zu Knutzens Zeiten angeschoben und erst lange nach seiner Amtszeit verwirklich wurden. „Das Einzige, das ich nicht geschafft habe, war die Anbindung der Oldenburger Landstraße entlang des Bahndammes bis zum Berliner Platz. Da bin ich gescheitert“, hat Knutzen einmal gesagt.

Wer viel bewegt, macht sich nicht nur Freunde: Die Gründung der „Bürgergemeinschaft Eutin erhalten und gestalten“ war damals eine Reaktion auf die vielen zu forsche Umgestaltung und Modernisierung.

Weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde Knutzen durch einen Coup, der den letzten Ausschlag dafür gab, dass Eutin die Kreisstadt des neu gebildeten Kreises Ostholstein wurde: Im November 1969 sollten er und der Bürgermeister von Oldenburg dem Landtag erklären, warum ihre Stadt zur Kreisstadt werden sollte. Knutzen machte mit einem einzigen Satz Furore: „In Meyers Konversationslexikon von 1896 stehen 14 Seiten über Eutin, über Oldenburg zwölf Zeilen.“ In der Abstimmung im Landtag erhielt Eutin eine Stimme mehr als Oldenburg ...

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