„Eine Woche ohne Kinder geht gar nicht“

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Projekt Wellcome: Zehn Jahre Hilfe für junge Familien / Würdigung der Arbeit der 23 Ehrenamtlichen

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09. Juli 2014, 11:22 Uhr

Ihr Arbeitsplatz befindet sich häufig auf dem Fußboden, gibt Sigrid Skjoeth schmunzelnd zu. Die Rentnerin ist Kummerkasten und Ratgeber für junge Eltern. Sie spielt mit den größeren Kindern Spiele, singt mit ihnen auf ihren Wunsch hin sogar noch im März „O Tannenbaum“ und entlastet in der Hauptsache die Eltern Neugeborener. „Eine Woche ohne Kinder geht gar nicht“, sagt Skjoeth, die sich seit acht Jahren im Projekt Wellcome ehrenamtlich engagiert. Acht Familien mit insgesamt 20 Kindern hat sie bisher begleitet, hat gerade den jungen Müttern eine Verschnaufpause verschafft.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Initiative berichtete Skjoeth in einer Feierstunden von ihren Erfahrungen. Auch, dass Eltern schon mal Hilfe abgelehnt hatten. Das sei aber nicht die Regel, sagt Helena Hübner, Plöns neue Wellcome-Koordinatiorin. „In der Regel sind die jungen Familien froh über die Hilfe, die Ihnen das Angebot der Familienbildungsstätte bietet.“ So auch Familie Kleinteich. Mutter Anja und Vater Thomas waren gerade frisch nach Kiel gezogen, als die Schwangerschaft „immer turbulenter“ wurde. Fremd in einer großen Stadt – der promovierte Biologe und seine Frau wandten sich an die 23 Plöner „Wellcome-Engel“ – Iris Kremser „half uns unbürokratisch“, lobte das Ehepaar gestern.

In Sachen Hilfe für junge Familien im ersten Jahr nach der Geburt eines Kindes sei Plön ein Vorzeigestandort, sagte gestern Antje Bedbur, Schleswig-Holsteins Wellcome-Landeskoordinatorin. Plön war vor zehn Jahren einer der ersten Standorte der bundesweiten Initiative im Norden.

Christel Pfau fiel es gestern nach zehn Jahren Aufbauarbeit sichtlich nicht leicht, die Koordination offiziell in die Hände von Nachfolgerin Helena Hübner zu geben. Beide dankten neben den Förderern insbesondere den Ehrenamtlichen. „Ich alleine hätte Wellcome nicht leisten können“, sagte Pfau.

Landrätin Stefanie Ladwig überbrachte nicht nur einen Scheck für Wellcome, sondern würdigte die Arbeit der Ehrenamtlichen: „Sie schenken Familien ohne soziales Netzwerk Ihre Zeit. Sie machen Familiengründungen leichter.“

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