Eine vergnügliche literarisch-musikalische Reise

Die Akteuredes spannenden Abends: (v. li.) Franziska Wester-Marlow, Juliane Scheele, Elsa Plath-Langheinrich und Elisabeth Rübcke.
Die Akteuredes spannenden Abends: (v. li.) Franziska Wester-Marlow, Juliane Scheele, Elsa Plath-Langheinrich und Elisabeth Rübcke.

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05. November 2018, 10:12 Uhr

Volles Haus im Damenstift Plön am späten Sonntagnachmittag. Unter dem Motto „Zu Wasser und zu Lande unterwegs zur Goethezeit“ erlebten die Zuhörer wahrlich eine vergnügliche und spannende literarisch-musikalische Reise. Die Historikerin Elsa Plath-Langheinrich und Autorin des Buches „Als Goethe nach Uetersen schrieb: Das Leben der Conventualin Augusta Louise Gräfin zu Stolberg-Stolberg“ las aus verschiedenen Reiseerzählungen des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts. „Reisen machte damals kein ungetrübtes Vergnügen“, so Elsa Plath-Langheinrich, „dennoch machte man sich auf dem Weg, die Welt zu sehen.“ Das weinselige und zitronenblühende Italien war für viele schon damals das ersehnte Ziel der Träume. Neben Goethe zitierte sie Erlebnisse von der aus Plön stammenden Augusta von Witzleben. Von ihr erfuhren die Zuhörer, wie von einigen Mitfahrern in Kutschen ein „pestilenzialischen Gestank“ ausgegangen sei oder es sich anfühlte, wenn eine Droschke von starken Männern wie eine Sänfte über einen Fluss getragen wurde. Dänische Autoren wie Jens Baggerson oder der 1790 in Schweden geborene Per Daniel Atterbom, die in die deutschen Landen reisten, erzählten, was sie dort so alles erlebten. Vor allem, was passierte, wenn eine Kutsche durch die Widrigkeiten des Weges umgeworfen wurde oder ein Pferd nicht mehr will, weil es erschöpft war: So erzählte Baggerson, der mit einer dänischen Reisegesellschaft in der Markgrafschaft Baden unterwegs war: „Ich füllte eine halbe Flasche deutschen Rotwein in das kraftlose Pferd. Bald stand es wieder und es sah viel gesünder aus als vorher.“ Andere Autoren hingegen kamen nur mit allerlei Hindernisse und Abenteuer, verspätet, manche nie oder irgendwo anders ans Ziel an: So der Liederkomponist und Hofkapellmeister Johann Abraham Peter Schulz, der eigentlich in den Süden wollte, jedoch unverhofft an der Küste Norwegens landete ...

Für die musikalische Unterhaltung zwischendurch sorgte das Terzett „Tre-Vokal“ Plön mit Franziska Wester-Marlow, Juliane Scheele und Gastgeberin Elisabeth Rübcke, die abwechselnd zum Text passende Fahrten- und Trinklieder stimmungsvoll zu Gehör brachten und kleinere Stücke für drei Flöten zur zerstreuenden Unterhaltung zum Besten gaben.



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