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Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 11:22 Uhr

Eine Verbindung von Stadt und See

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

OHA-Serie Straßennamen in Eutin: Der vom Künstler Leonhardt Boldt angeregte Bau eines Parks sollte auch Tourismusförderung sein

von
erstellt am 11.Aug.2015 | 11:48 Uhr

„I never promised you a rose garden“ („Ich habe dir nie einen Rosengarten versprochen“) sang einst Lynn Anderson, die Anfang August verstarb. Zu Beginn der 1970er Jahre errang sie mit dem Lied erste Plätze in den internationalen Country- und Pop-Charts.

Dabei wird sie kaum an den Eutiner Rosengarten gedacht haben, obwohl sich diesem Ort eine gewisse Romantik nicht absprechen lässt. Die Straße „Am Rosengarten“ verbindet Schloss- und Königstraße mit dem Ihlpool, der Plöner Straße und der Riemannstraße. Kurz vor dem Ende der Straße, in der Nähe des Ihlpools, öffnet sich rechter Hand der Rosengarten.

Dort wird der Besucher von der Märchenfigur „Dumm Hans“ begrüßt, die an den Geschichtensammler Wilhelm Wisser erinnert, bevor sich zu beiden Seiten die Rosenstöcke zeigten. Am Ende des Weges durch den Rosengarten erwartete den Besucher „Die Schauende“. Die Skulptur stammt von Karlheinz Goedtke, der auch den Till Eulenspiegel in Mölln schuf, und hatte von Beginn an unter ihrer Anziehungskraft für die geflügelten Seebewohner zu leiden, weshalb sie zukünftig einen besseren Ort braucht.

Den Eutinern wurde der Rosengarten Mitte der 1920er Jahre versprochen.
Er wurde geschaffen, um die Stadt zum See ein wenig zu öffnen. Wie auch heute noch, trennten zu Beginn des 20. Jahrhundert geschlossene Häuserreihen den Stadtkern mit dem Markt vom See. Eine bessere Anbindung wäre für die Bürger und die Touristen wünschenswert, darüber war man sich auch Mitte der 1920er Jahre schon im Klaren.

Zu dieser Zeit hieß die Straße, die wir heute unter dem Namen „Am Rosengarten“ kennen, noch Sackstraße.
Ursprünglich war es nämlich eine Sackgasse, an deren Ende kein Durchkommen war. Dort lag ein sumpfiges Gelände, der Ihlpool (Egelpfuhl). Er bildete zusammen mit dem Stadtgraben eine natürliche Begrenzung der Stadt, die nicht von den teilweise üblichen Stadtmauern umrahmt war.

Später baute man hier ein Stadttor, das im ersten Eutiner Stadtbuch von 1528 erwähnt wird. Man nannte es, dem Straßennamen entsprechend, Sacktor. Es entstanden Straßen in Richtung Plön und Kiel.

Das Grundstück, auf dem heute der Rosengarten ist, war Mitte der 1920er Jahre im Besitz der Familie des Färbers Keil. Als er starb, sollte das Grundstück versteigert werden. Da es bis zum See reichte, trat der Kunstmaler Leonhardt Boldt mit einer Idee auf den Plan. Boldt hatte eine Vorstellung von dem, was man heute Stadtentwicklung nennt. Sein Engagement zielte auf das Wohl der Bevölkerung und die Förderung des Tourismus’. Er setzte sich dafür ein, die Stadt zum See hin zu öffnen und brachte den Stadtrat mit einigen Mühen dazu, das Keilsche Grundstück 1926 zu erwerben.

Die Gestaltung des Rosengartens, also die Öffnung zum See, erfolgte ab 1928 nach den Plänen des bekannten Gartenarchitekten Harry Maasz, der zeitweise in Klingberg am Pönitzer See wohnte und 1946 in Lübeck bestattet wurde.

Allerdings erlebte das Gelände einige Umgestaltungen. Zur Landesgartenschau 2016 wird es nochmals neugestaltet. Und wieder geschieht das zum Wohl der Bürger und zur Förderung des Tourismus.

Quellen: Wikipedia, Jahrbücher für Heimatkunde HVE, http://witz-und-verstand.blog.de, Stadtarchiv Eutin, http://www.kmrz.de





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