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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 13:34 Uhr

EUTIN : Eine Treppe wie ein Amphitheater

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mitglieder des Bauausschusses greifen selbst zum Stift, um Lösungen für den künftigen Weg vom Bahnhof in die Innenstadt zu skizzieren.

shz.de von
erstellt am 06.Nov.2015 | 06:00 Uhr

Eigentlich hatte der Bauausschuss für seine Sitzung am vergangenen Mittwoch Vorschläge vom Planer erwartet, wie er sich eine Lösung des Treppenproblems zwischen verlängerter Peterstraße und Am Mühlenberg vorstellt. Doch da Philip Haggeney von „RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten“ weder zur Sitzung kam noch aus Sicht des Ausschusses befriedigende Entwürfe vorgelegt hatte, kam es während der Sitzung zu kuriosen Szenen.

Sowohl Olaf Schmidt (CDU) als auch FWE-Fraktionschef Malte Tech griffen zum Filzstift, um am Flipchart ihre Ideen für die rund neun Meter breite Treppenanlage zu Papier zu bringen. Während Schmidt eine Treppenanlage mit abgerundeten Ecken präsentierte, ging Tech noch einen Schritt weiter. Seine Treppe verfügt auch über abgerundete Treppenstufen, gleich einem „Amphitheater“, wie es Ausschussvorsitzende Monika Obieray formulierte. Schließlich präsentierte auch Detlef Kloth (SPD) eine bereits angefertigte Zeichnung, die Elemente beider Ideen enthalte, wie Kloth erklärte.

Zur Erinnerung: Die Arbeiten zur Fertigstellung der Treppenanlage waren zum Erliegen gekommen, weil plötzlich ein Schacht der Telekom genau dort entdeckt wurde, wo jetzt eigentlich schon die Treppe sein sollte. Die vom Planer präsentierte Lösung – ein Podest mit einer Schacht-Aussparung in der Mitte der Treppe – befriedigte den Ausschuss nicht, weshalb der Planer nachbessern sollte. Doch die vorgelegten Skizzen stießen ebenfalls auf Missfallen. „Das war gestalterisch gar nichts, eine fünf“, kritisierte Obieray.

Eigentlich wollte Tech gar keine Treppe, da jedoch nun schon viel Geld „verballert“ worden sei, fügte er sich der Realität: „Wir könnten uns vorstellen, dass man dort eine Treppe baut, die gut begehbar ist und optisch etwas bringt.“

Lediglich Elfi-Jacqueline Meyer (FDP) wetterte erneut konsequent gegen das aus ihrer Sicht überflüssige Bauwerk: „Warum kämpfen alle so für eine Treppe, die niemand braucht?“, fragte sie. Klaus Kibbel (SPD) antwortete: „Wir wollen eine Verbindung zwischen den Gebäuden herstellen und den Charakter des Telekom-Gebäudes so gut es geht kaschieren.“

Zwar ist die Treppe tatsächlich nicht notwendig, da ein Weg vom Bahnhof zur Innenstadt auch durch den Tunnel unter dem Pflegeheim führt. Doch war es Hauptanliegen eines Gestaltungswettbewerbs, ein Stadtentree zu schaffen. Und der naheliegende Weg führt eben nicht durch den Tunnel, sondern über die Treppe am Mühlenberg.

In der nächsten Sitzung des Bauausschusses soll der Planer nun ausgearbeitete Varianten auf Basis der Skizzen liefern und außerdem Vorschläge zur Verwendung des Materials machen. Über mögliche Kosten durch Umplanungen wurde im Ausschuss nicht diskutiert.

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