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Bürgermeister-Wahlkampf 2016 in Eutin : Eine Suche nach Unterschieden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Bürgermeisterkandidaten Regina Poersch und Carsten Behnk auf dem Podium: Der eine will sparen, die andere mehr einnehmen.

shz.de von
erstellt am 30.Jan.2016 | 11:00 Uhr

Die Würfel sind noch nicht gefallen, doch der Anfang ist gemacht: Am Donnerstagabend stellten sich die Bürgermeisterkandidaten Regina Poersch und Carsten Behnk in einer Podiumsrunde den Wählern. In der Gustav-Peters-Schule standen die Diplom-Verwaltungswirte rund 150 Interessierten Rede und Antwort. Den Zuhörern gelang es, den ein oder anderen Unterschied aus der Landtagsabgeordneten und dem Geschäftsführer der Kulturstiftungen Ostholstein herauszukitzeln. Die Redakteure Martina Janke-Hansen (Lübecker Nachrichten) und Achim Krauskopf (Ostholsteiner Anzeiger) moderierten.

Die Kandidaten hatten zehn Minuten Zeit, sich vorzustellen. Poersch begann nach Losentscheid. Ihr Kontrahent wartete abgeschirmt auf seinen Auftritt.

Mit Hilfe von Notizen unterbreitete Regina Poersch ihre Kernpunkte. Die SPD-Landtagsabgeordnete hat vor, Verwaltung, Politik und Bürger wieder besser zusammenzuführen. Dafür ist sie bereit, die Verwaltung anders zu strukturieren. Die bevorstehende Landesgartenschau hält Poersch für eine enorme Chance der touristischen, wirtschaftlichen und baulichen Entwicklung der Stadt. Die Eutinerin appellierte an die Initiative eines jeden: „Wir haben es in der Hand, unsere Stadt attraktiver zu machen.“ Dazu gehöre auch der „lokale Klick“, der Einkauf im örtlichen Handel. Die Eutinerin möchte Soldatinnen und Soldaten wie auch Flüchtlingen ein Zuhause geben. Sie wünscht sich Eutin als eine Stadt der guten Partner- und Nachbarschaft. Poersch blieb in der Zeit.

Carsten Behnk formulierte fünf Ziele. Der sportlich Aktive möchte eine Vision 2030 für Eutin entwickeln, mit den Bürgern zusammen. Auch er baut auf die LGS als „gewaltigen Schub“. Zweitens will der aktive Feuerwehrmann die soziale Gemeinschaft stärken und die Kommunikation zwischen jungen, alten, gesunden und kranken Menschen verbessern. Wie viele Eutiner könne er keinen Sinn darin erkennen, das Ehrenmal auf dem Markt zu versetzen. Drittens hielt Behnk es „für die sinnvollste Entscheidung“, dass die Stadt Glasfaser legt. Der Groß Meinsdorfer plädierte für eine lebendige und barrierefreie Innenstadt. „In den nächsten drei Jahren muss man eine Veränderung sehen.“ Für den Tourismus forderte er dringend ein neues Marketing und Wassersportangebote. Das fünfte Ziel für Eutin
als Bildungsstandort wurde nicht deutlich. Behnk überschritt die Zeit.

Wer die Unterschiede suchte, der musste genauer hinhören. Beim Thema Haushaltskonsolidierung argumentierte Behnk nah am Haushaltsrecht. Er benannte die 46 Millionen Euro voraussichtlicher Schulden („für die ich nicht verantwortlich bin“) und hielt jede neue Landesverordnung für eine Begrenzung der Haushaltsführung. Poersch rückte die Zukunfts- chancen durch Landesgartenschau und Stadtentwicklung in den Fokus, beste Voraussetzungen für Wirtschaft und Handel. Die Stadt könne den Rahmen schaffen. Beschlüsse sollten mutig gefasst werden.

Behnk war überzeugt, „man kann wenig an den Einnahmen drehen“, eine Verbesserung des Haushalts sei bei den freiwilligen Ausgaben möglich. Poersch hingegen sah die Chance, „die Einnahmesituation selbst in die Hand zu nehmen“. Mehr Einwohner in der Stadt bedeuteten mehr Einnahmen.

Eckart Ahrens wies auf den respektlosen Umgang mit dem Bürgerwillen zum Haus des Gastes hin. Es sei politisch unanständig, die 3088 Stimmen für den Erhalt des Hauses nicht zu respektieren. Wie wollen die Kandidaten später damit umgehen? Der gemeinsame Nenner müsse im Dialog gefunden werden, sagte Behnk. „Es darf nicht dazu kommen, dass man nach zwei Jahren den Bürgerentscheid kassiert.“ Es dürfe am See kein Riesenhotel entstehen. Poersch sah zwei Möglichkeiten. „Entweder reden wir über eine Übergangslösung, bis ein Hotelier entwickelt oder über eine kostenintensive energetische Sanierung des Hauses des Gastes.“

Im Umgang mit Flüchtlingen wünscht sich Poersch ein ebenso herzliches Willkommen, wie es Touristen ausgesprochen wird. Behnk versteht die Integration als große Aufgabe, die den Einsatz aller erfordere aber auch die Bereitschaft der Gäste, sich an Regeln zu halten. Er erntete Applaus.

Eine 21-Jährige wollte wissen, wie die Stadt junge Menschen halten möchte? Poersch möchte das Haus der Jugend erhalten und die Kneipenkultur verbessern. Behnk will die Schlossterrassen als vielseitigen Veranstaltungsort „ertüchtigen“.

Warum wollen beide Bürgermeister werden? Poersch: „...um Eutin weiterzuentwickeln und in eine gute Zukunft zu führen.“ Behnk sieht sich sich mit seinem Zielekatalog und seiner Berufserfahrung gut aufgestellt: „Führen und gestalten macht mir Spaß. Die Zeit ist ideal, die Kinder sind groß.“

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