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Ostholsteiner Anzeiger

19. Oktober 2017 | 13:35 Uhr

Eutin : Eine „Meuterei“ in der Stadtbucht

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Initiative für ein zukunftsfähiges Eutin organisierte ein Treffen ist der Stadtbucht zur Sammlung von Vorschlägen

von
erstellt am 24.Apr.2017 | 16:56 Uhr

Auf der einen Seite hat die Stadtbucht durch die Sanierung zur Landesgartenschau an ganz neues Gesicht erhalten. Auf der anderen Seite empfinden viele Menschen die Stadtbucht heute nur noch als grau, eckig, tot und „architekten-typisch“. Das mag auch an den Pflanzkübeln liegen, die nach der LGS heute überwiegend ohne Blühendes dastehen, weil die Pflege offenbar für die Stadt nicht bezahlbar ist. Die Initiative für ein zukunftsfähiges Eutin wollte es gestern genau wissen und fragte die Menschen, die an der Stadtbucht flanierten. Sie hatten die Gelegenheit, ihre Wünsche aufzuschreiben.

Das nutzte auch die 57-jährige Lehrerin Annegret Klein, die seit über 20 Jahren in Fissau wohnt und gern an der Stadtbucht ist. Sie wolle eine schöne Stadtbucht haben, schrieb sie auf. Und: „Eutin war doch geschmackvoll saniert.“ Annegret Klein fehlen die bunten Blumen in der Stadtbucht. Sie könne sich sogar eine Mitarbeit in der Bürgerinitiative gut vorstellen.

Andere schreiben an die Pinnwand, dass der öffentliche Raum inklusive des Haus des Gastes für alle da sein soll oder dass das Piratenschiff vor dem Schloss erhalten bleiben soll. Ein anderer schreibt provokant: „Das Schloss muss weg, denn es passt nicht mehr zur Stadtbucht.“ Andere wünschen sich Ruhe und Leben in der Stadtbucht als Ort der Begegnung aber ohne Hotel und mehr grünes Leben.

Der 50-jährige Eutiner Physiotherapeut Jens Rose-Zeuner von der Eutiner Fahrradinitiative war am gestrigen Aktionstag beteiligt und machte sich für die Radfahrer stark. „In der Stadtbucht ist der Gehweg für Radfahrer frei befahrbar. Sie dürfen höchstens nur sechs km/h fahren und Fußgänger sind ihnen aktuell vorgeordnet“, sagte Jens Rose-Zeuner. Er schlägt den Verantwortlichen der Stadt einen gemeinsamen Rad- und Gehweg vor oder den kompletten Verzicht auf eine Beschilderung: „Eine Parkordnung kann Fußgängern und Radfahrern gleichermaßen gerecht werden.“ Immerhin gehöre die Stadtbucht zu einem Kreisradwanderweg. Es sei ein Unding, denn Radfahrer seien durch die aktuelle Regelung in der Stadtbucht derzeit nur geduldet.

Deshalb waren Kinder in einem Wettbewerb aufgerufen, so langsam wie möglich die 236 Meter durch die Stadtbucht zu radeln. Das langsamste Kind war immerhin knapp neun Minuten unterwegs.

Doch es ging nicht nur um Radler. Es wurde auch demonstriert, wie schwierig es für Wassersportler ist, an der Stadtbucht festzumachen. Trotz Zusicherung im Mobilitätsbeirat zur Belebung der Stadtbucht, so Rose-Zeuner, gebe es nicht einmal Möglichkeiten zum Festmachen oder Einlassen der Kanus oder Kajaks. Dabei gehöre die Stadtbucht zum Schwentinewanderweg. Es fehle in der Stadtbucht ankommenden Wassersportlern ein definierter Punkt zur sofortigen Orientierung.  

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