Freischütz für Kinder : Eine junge Oper zum Mitsingen

2011 spielte er den Papageno, 2012 ist Titus Witt  der böse Kaspar.
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2011 spielte er den Papageno, 2012 ist Titus Witt der böse Kaspar.

"Der Freischütz für Kinder" wird wieder aufgenommen. Webers Oper ist seit der Gründung der Festspiele eine der Beliebtesten.

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08. Juli 2012, 06:17 Uhr

Eutin | Die Traumfrau "klarmachen" und einen "coolen" Job "absahnen" - so in der Art klingen die Absichten des Jägers Max in der berühmten Oper "Der Freischütz" von Carl Maria von Weber - wohlgemerkt in Jugendsprache. Nach großem Erfolg im Jahr 2009 wird der "Der Freischütz für Kinder" heute (16 Uhr) wieder ins Programm der Eutiner Festspiele aufgenommen. Regie führt - wie bei Nabucco - Dominique Caron. Die musikalische Leitung hat Gabriele Pott inne. Sie hat die gut einstündige Opern-Kurz-Fassung zeitgemäß verjazzt und verpoppt.

Die Handlung: Der junge Max (Norbert W. Konrad) will Erbförster werden und Agathe (Anne Preuß), die Tochter Fürstens, heiraten. Um sich seine beiden Wünsche zu erfüllen, muss er Fürst Kuno (Phillip Schwienhorst) beweisen, dass er ein guter Schütze ist. Eigentlich kein Problem, denn Max gehört zu den besten seiner Zunft. Doch seit ein paar Tagen hat er keinen Schuss mehr ins Ziel gebracht. Max’ Nerven schlottern. Da trifft er auf Kaspar (Titus Witt, spielte im vergangenen Jahr den Papageno), der nur durch einen Pakt mit dem Teufel weiterleben kann. Kaspar verspricht Max als Vorwand Schießkugeln, mit denen er alles treffen kann. Eigentlich sucht er aber nur ein neues Opfer für den Teufel. Um Mitternacht treffen sich beide in der Wolfsschlucht, um die Kugeln zu gießen. Bei der Schießprüfung vor Kuno soll Max eine Taube vom Baum schießen. Er legt an, doch verliert die Kontrolle. Das Gewehr zielt auf seine Geliebte Agathe. Nur durch das Erscheinen des Eremiten (Claus J. Frankl) wird die siebte Freikugel, die das nächste Opfer des Teufels treffen soll, umgelenkt. Nicht Agathe, sondern Kaspar wird getroffen.
Kinderchor harmoniert mit den erwachsenen Darstellern

Die Inszenierung von Dominique Caron ist sowohl für Opern-Neulinge als auch Freischütz-Kenner sehenswert. Der Eutiner Kinder-und Jugendchor hat fleißig geübt und harmoniert mit den erwachsenen Darstellern. Der Eutiner Festspielchor gibt den gespenstischen Geisterchor in der Wolfsschlucht. Die Bühne wird bis über den Orchestergraben ausgeweitet. Und sogar die musikalische Leiterin Gabriele Pott schlüpft in eine kleine Rolle und animiert das Publikum zum Mitsingen und Schunkeln. "Es herrscht Ohrwurm-Alarm", verspricht sie.

Außerdem dirigiert Pott das Orchester mit 17 Profi-Musikern (drei davon von der School of Music der Kansas University). Mit Saxophon, Posaunen und Schlagzeug werden die Rhythmen der bekannten Arien jazziger und klingen an einigen Stellen fast wie ein Musical.

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