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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 03:59 Uhr

„Eine Investition für die Bürger“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Neues Feuerwehrhaus in Schönwalde wurde Sonnabend eingeweiht / Wehrführer Andre Johnsen zum Oberbrandmeister befördert

Im Feuerwehrbedarfsplan der Gemeinde Schönwalde stand die Forderung nach einem neuen Feuerwehrhaus erstmals vor fünf Jahren. Sonnabend wurde das gut 600 Quadratmeter große Gebäude nach einjähriger Bauzeit unter Anteilnahme vieler Bürger und benachbarter Wehren seiner Bestimmung übergeben. Überraschend beförderte Kreiswehrführer Thorsten Plath den Wehrführer Andre Johnsen zum Oberbrandmeister.

Bevor in der 250 Quadratmeter großen Fahrzeughalle mit Platz für vier Löschfahrzeuge der Festakt begann, hatte Gemeindewehrführer Matthias Hamann vor der Halle antreten lassen. Die Gemeindewehr enthüllte einen gravierten Stein zur Erinnerung an den besonderen Tag, den die Familie Seehusen gestiftet hatte.

Hamann gab zu, vor einer Woche nicht daran geglaubt zu haben, dass alles rechtzeitig fertig werden würde. „Mit der Halle aus Betonfertigteilen haben wir den Rohbau in einer Nettobauzeit von zwei Wochen errichtet“, bemerkte Architekt Arnd Hoffmann. Er lobte die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe, die eine schnelle Planung ermöglicht habe. Nach Beginn der Erdarbeiten im Dezember 2015 wurde der Grundstein zusammen mit den acht Pfeilern der Halle Anfang Juni 2016 gelegt.

Bürgermeister Hans-Alfred Plötner sagte, er sei sicher, dass mit dem Neubau „eine ausgezeichnete Lösung“ gefunden worden sei. Die Mängelliste der Feuerwehrunfallkasse für das alte Haus sei lang gewesen: Zu kleine Tore, Umziehen hinter den Fahrzeugen, keine Duschen und kreuzende Fahrwege, all das habe nun ein Ende, freute sich Wehrführer Andre Johnsen, der allen Beteiligten dankte. Er sei froh, nun dem am 9. Dezember 1978 übergebenen alten Gerätehaus den Rücken kehren zu können.

Amtsvorsteher Hans-Peter Zink sagte, der Neubau sei Anerkennung der Schlagfertigkeit der Feuerwehr und Wertschätzung der ehrenamtlichen Leistung zugleich. Für Pastor Dr. Arnd Heling ist, wie er sagte, die Feuerwehr kein Traditionsverein, sondern auf der Höhe der Zeit und sie strahle auf das Gemeinwesen aus.

Er sei immer wieder gefragt worden, ob eine Investition in Millionenhöhe notwendig gewesen sei, berichtete Plötner. Seine Antwort habe immer gelautet: „Für eine zeitgemäße und funktionelle Unterbringung ist jeder Euro richtig investiert.“ Er betonte auch, dass die Feuerwehr keine Freizeitbeschäftigung für technikbegeisterte Menschen sei. Nicht die Feuerwehr brauche ein Feuerwehrhaus, sondern die Bürger brauchten es, zu deren Schutz die Aktiven 365 Tage im Jahr rund um die Uhr bereit stünden. Somit habe man in die Infrastruktur und Zukunft des Ortes investiert.

So sah es auch Kreisbrandmeister Thorsten Plath, der den zentralen Standort des Hauses auch ein Symbol für die zentrale Bedeutung der Feuerwehr nannte. Da sei es auch gerechtfertigt, wenn eine Einweihung ordentlich und ausgiebig gefeiert werde.

Ihren Beitrag zum Fest leistete die Feuerwehr Eutin mit einem Fass Bier, das der stellvertretenden Wehrführer Klaus-Peter Lundius als Wettschuld stiftete – nachdem er behauptet hatte, dass die Eutiner ein neues Haus schneller bekommen würden als die Schönwalder. Das und andere Anekdoten hatte Eutins Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt in einem launigen, plattdeutschen Gedicht verarbeitet.

Als Geschenk zum Einzug überreichte der Bürgermeister ein Foto des alten DKW-Löschfahrzeuges und das historische Alarmhorn, mit dem in früheren Zeiten bei Feuer die Dorfwehr alarmiert wurde.

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erstellt am 18.Feb.2017 | 18:35 Uhr

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