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Ostholsteiner Anzeiger

22. Oktober 2017 | 14:51 Uhr

Eutin : „Eine hervorragende Ergänzung“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Vier neue Werke bereichern den Bestand des Eutiner Ostholstein-Museums – dank der Unterstützung der Fielmann AG.

shz.de von
erstellt am 11.Nov.2015 | 16:36 Uhr

Eutin | Die Weihnachtszeit ist noch nicht einmal erreicht, trotzdem wurde gestern im Ostholstein-Museum bereits Bescherung gefeiert: Gleich vier wertvolle Gemälde konnte Museumsleiterin Dr. Julia Hümme gestern in Empfang nehmen. Bei den Ölgemälden handelt es sich um zwei Landschaftsbilder und um zwei Portraits. Letztere zeigen Otto und Henriette Hellwag. „Da klingelt’s bei den Eutinern“, sagt Hümme, denn beide sind Nachkommen des bekannten Eutiner Arztes Christoph Friedrich Hellwag. Und seinem Leben und Werken widmete das Ostholstein-Museum bereits 2013 eine eigene Ausstellung. Die zwei Portraits aus der Hand eines unbekannten Malers (um 1860) waren damals schon dort zu sehen gewesen, waren jedoch nur eine Leihgabe aus Familienbesitz, so Hümme. Nun kehren sie zurück und bleiben für immer.

Ebenfalls eine neue Heimat im Ostholstein-Museum gefunden haben auch das Werk „Waldweg“ von Hinrich Wrage (1843-1912) und das BIld „Frühling“ von Otto Lindemann (1884-1955). Auch diesen ostholsteiner Künstlern hatte das Museum in den vergangenen Jahren bereits Ausstellungen gewidmet. „Lindemann gilt als Schüler von Franz von Stuck als eine der Schlüsselfiguren seiner Epoche“, sagt Hümme. Wrage sei einer der bedeutendsten Landschaftsmaler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Schleswig-Holstein. Und da 1915 das Wohnhaus und Atelier mitsamt vielen Bildern abbrannte, seien seine Werke vielfach gesuchte Raritäten, so Hümme. Für die Museumschefin sind die vier Neuzugänge „eine hervorragende Ergänzung des Sammlungsbestands“. Dass die Bilder nun dauerhaft im Museum verbleiben können, ist Mäzen Günther Fielmann zu verdanken, der es sich seit Jahren zur Aufgabe gemacht hat, Museen zu unterstützen. „Wir fördern rund 100 Museen in Schleswig-Holstein und etwa 50 außerhalb“, sagt Fielmann-Kunsthistoriker Jürgen Ostwald. Seit 2010 gehört auch das Ostholstein-Museum zu den Geförderten, ist jetzt bereits zum fünften Mal Nutznießer des jährlichen Kunst-Budgets von rund 400  000 Euro. Und angesichts eines Mini-Etats im dreistelligen Euro-Bereich kann das Ostholstein-Museum derartige Ankäufe selbst gar nicht stemmen, so Ostwald, der gestern bei der Übergabe des Gemälde-Quartetts zusicherte, auch für die fachmännische Restaurierung der vier Werke zu sorgen. Am Rande der Schenkung verriet Ostwald außerdem, in naher Zukunft ein weiteres Ölgemälde für das Ostholstein-Museum kaufen zu wollen. „Es ist ein bedeutendes Stück Kunst“, sagte Carsten Behnk, Geschäftsführer der Kulturstiftungen des Kreises, über den angestrebten Kauf. Über nähere Details wurde jedoch noch Stillschweigen vereinbart. Aber sicher ist: Es wird also eine erneute Bescherung im Museum geben.

 

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