Turmhügelburg : Eine Filmreise ins Mittelalter

Darsteller der alten Slawen gab es beim Oldenburger Museum.
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Darsteller der alten Slawen gab es beim Oldenburger Museum.

Der 42 Minuten lange Streifen "Der Schwur von Lütjenburg" wird am Freitag erstmals öffentlich aufgeführt.

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20. Oktober 2010, 10:36 Uhr

Lütjenburg | "Der Schwur von Lütjenburg" heißt ein 42 Minuten langer Film, der in der Turmhügelburg in Nienthal gedreht wurde und erstmals am Freitag, 22. Oktober, um 19.30 Uhr im Soldatenheim "Uns Huus" gezeigt wird. Regisseur Karl Siebig und Kameramann Peter Voß haben den Streifen für den Verein Turmhügelburg gedreht, das Drehbuch schrieb der NDR-Redakteur Jörg Wilhelmy. Mit Darstellern aus schleswig-holsteinischen Ritter-, Wikinger- und Slawengruppen wurde rund um die Turmhügelburg eine Episode aus dem Mittelalter verfilmt, die Menschen und ihr Leben auf einer Burg und in einem slawischen Dorf, aber auch packende Kampfszenen und ein überraschendes Ende zeigen. Der Eintritt zur Premierenvorstellung ist frei, Darsteller sowie Regisseur, Kameramann und Drehbuchautor werden anwesend sein. Nach der Vorführung werden Film-DVD verkauft.

Zur Entstehung des Filmes schildert der Drehbuchautor Jörg Wilhelmy: "Als ich kurz nach der Fertigstellung der Turmhügelburg am Walldurchbruch stand, konnte ich mir durchaus vorstellen, dass hier in der Vorburg ein Dorf entstehen könnte. Als ich dann einige Jahre später am heutigen Tor stand und erneut auf die Burg blickte, fragte ich mich, wie es wohl sei, wenn man die Burg beleben würde in diesem Dorf.

In der Zwischenzeit hatte ich einige Bücher über das mittelalterliche Alltagsleben gelesen und war fasziniert. Dann bekam ich die Slawenchronik des Helmolds von Bosau in die Finger. Er vermittelte mir völlig neue Eindrücke aus der Zeit um 1168, als Slawen und christliche Siedler eben hier im Ostholsteinischen aneinander gerieten.

Daraus wuchs die Idee, dass man dies in einem Film umsetzen sollte, zumal man mit der Turmhügelburg und dem Wall-Museum in Oldenburg praktisch authentische Kulissen hatte. Also setze ich mich hin und skizzierte meine Idee.

Mit diesem Papier zog ich los, um Mitstreiter zu gewinnen. Die Bewohner des Wallmuseums und die Gäste der Turmhügelburg waren leicht für das Projekt zu gewinnen. Im NDR fand ich in Karl Siebig schnell einen Regisseur, der zu begeistern war. Er brachte auch den Kameramann Peter Voß mit, der genauso schnell für die Idee entflammte. Also setzte ich mich hin und schrieb ein erstes Drehbuch als roten Faden für den Film. Ich organisierte die Darsteller in Oldenburg und an der Turmhügelburg. Letztlich waren es mehr als 60 Freiwillige. Ich sorgte für die Ausstattung, soweit nicht vorhanden, und die Tiere, denn ohne die würde der Film nicht leben. Insgesamt brauchten wir fünf Drehtage, um alles in Szene zu setzen.

Auch wenn alle unentgeltlich mitwirkten, die dennoch anfallenden Kosten zum Beispiel der Logistik, der Requisiten oder die der Verpflegung übernahm ich als Produzent des Films privat. Denn letztlich waren alle Beteiligten sich einig, dass wir der Turmhügelburg einen Film schenken wollten, der sonst gar nicht zu bezahlen gewesen wäre. Dafür möchte ich allen am Film Beteiligten noch einmal ausdrücklich danken. Jetzt liegt es in den Händen des Fördervereins der Burg, diesen Film zu nutzen."

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