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Ostholsteiner Anzeiger

19. September 2017 | 13:50 Uhr

Eine Europaschule für Malente

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Seit 16 Jahren fördert die Schule an den Auewiesen den interkulturellen Schüleraustausch / Gestern wurde das Engagement ausgezeichnet

von
erstellt am 12.Mai.2016 | 11:46 Uhr

Britta Ernst zeigte sich beeindruckt von den vielfältigen Aktionen, Projekten und Austauschprogrammen der Schule an den Auewiesen: „Ihre Schüler haben die europäische Idee verstanden, tragen sie hoffentlich weiter in ihrem Herzen und geben sie weiter“, sagte die Ministerin für Schule und berufliche Bildung in Schleswig-Holstein. Nach 16 Jahren erfolgreicher kultureller Vernetzung unter anderem nach Rumänien, Polen, Dänemark und Finnland hat sich die Schule an den Auewiesen gestern um die Ernennung zur Europaschule verdient gemacht.

Die insgesamt 350 Schüler der Klassenstufe 5 bis 10 nahmen die Feierstunde zum Anlass, um sich in unterschiedlichen Projektgruppen dem Thema „Europa“ zu widmen. Eine große selbstgestaltete Karte der EU präsentierten etwa Max Pflüger, Ole Behrmann und Jannes Bulgis. „Eine Gruppe hat die Länder ausgemalt“, erklärt der zwölfjährige Max, „die anderen haben aus Eierpappe die Vulkane und aus Moos den Wald gebastelt.“ Mit italienischen Pizzacrackern, griechischem Walnussgebäck und französischen Orangenkeksen brachten Lotta Westphal (14) und Pia Bredfeldt (13) „leckeres Europa“ in die Schulflure. „Wir dachten einfach, Essen ist beliebt“, begründete Lotta die Idee für den kleinen Stand. Ihre persönlichen Gebäck-Favoriten: „Die Pizzacracker, die sind wirklich lecker“, sagte Lotta. Einem politisch kontroversen Thema widmeten sich die Schülergruppen der 7. und 8. Klasse. Lehrerin Ose Schmäschke erklärte, wie das Projekt „Kurden“ umgesetzt wurde: „Das ist ja ein total politisches Thema und sehr geprägt von der einzelnen Sichtweise.“ Bei einem Treffen mit Baran Demir, einem Kurden aus Kiel, erfuhren die Schüler einiges über Kultur, Religionen und die Geschichte der ihnen bisher fremden Volksgruppe. „Ich fand das Jesiden-Thema sehr spannend“, bilanzierte Shaleen Lentz. In eigener Recherchearbeit habe die Achtklässlerin viel über die Verfolgung der religiösen Minderheit gelernt: „Ich habe mich vorher gar nicht bei diesem Thema ausgekannt.“

Nach der Präsentation der 28 Projekte führten die Schüler mit Sketchen und musikalischen Darbietungen durch das Programm der Feierstunde. Neben Ministerin Britta Ernst, Malgorzata Klempka von der polnischen Partnerschule, der Vorsitzenden der Europa-Union Ostholstein – Herlich Marie Todsen-Reese – und Henning Reimann vom Kinderschutzbund ließ sich auch Bürgermeister Michael Koch nicht nehmen, zu gratulieren: „Diese Schule ist ein innovativer Lernort. Wir bedanken uns für Ihr großes Engagement.“ Einen besonderen Dank sprach Koch der stellvertretenden Schulleiterin Astrid Fock für ihre Bemühungen seit nunmehr sieben Jahren aus: „Frau Fock ist die EU-Außenbeauftragte in der Schule an den Auewiesen.“

Die Malenter Gemeinschaftsschule ist nun eine von 42 Europaschulen in Schleswig-Holstein, die ihre Schüler auf ein Leben und Arbeiten in einem geeinten Europa vorbereiten. Britta Ernst dazu: „Das ist heute umso wichtiger, wo wir darüber nachdenken, wofür Europa steht.“

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