Landtagspräsident bei der Landespolizei : "Eine Erfolgsstory unserer Behörde"

Die Fixierung eines widerspenstigen Täters demonstrierten Christin Rath und Julian Jakobi mit Alexander Tschaschtschin.
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Die Fixierung eines widerspenstigen Täters demonstrierten Christin Rath und Julian Jakobi mit Alexander Tschaschtschin.

Landtagspräsident Torsten Geerdts informiert sich in der Eutiner Polizeidirektion über Ausbildung und die Anliegen der Beamten.

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26. Januar 2011, 10:40 Uhr

eutin | ,,Au, das ist viel zu eng", jammert Alexander Tschaschtschin. Der junge Mann liegt auf dem Boden, mit Handschellen sind seine Arme auf dem Rücken fixiert. Zeuge dieser Szene ist Landtagspräsident Torsten Geerdts. Zu seinem Besuchsprogramm in der Polizeidirektion auf der Hubertushöhe gehörte gestern die Einsatzausbildung für Polizeischüler.

Elf angehende Beamte aus dem zweiten Ausbildungsjahr zeigten dem Gast Übungen mit Handschellen, Pfefferspray, Schlagstock und Pistole. Und ein kleines Rollenspiel: Polizeischüler Alexander Tschaschtschin mimt einen Einbrecher, der ertappt und von Christin Rath sowie Julian Jakobi festgenommen wird.

"Warum haben Sie sich so beklagt", fragt Geerdts anschließend. "Weil die Handschellen so eng waren und es unsere Aufgabe ist, sie dann zu lockern", lautet die Antwort. Der sichtlich gut gelaunte Landtagspräsident hakt nach: "Müssen Sie immer den Halunken spielen?" Polizeianwärter Tschasch tschin: "Nein, ich habe mich heute freiwillig gemeldet."

Nicht nur angehenden Beamten werden Automatismen vermittelt, die ihnen auch im extremen Stressfall den sachgemäßen Umgang mit Zwangsmitteln erleichtern soll. Alle Schutzleute erhalten regelmäßige Schulungen, hat Geerdts zuvor von Axel Kendzia erfahren, dem Leiter der Abteilung Einsatztraining. Über 200 Einsatztrainer stehen landesweit für ortsnahe Fortbildung in den Direktionen bereit, die wiederum in Eutin für ihre Aufgabe aus- und fortgebildet werden. "Dieses System des Einsatztrainings ist für mich gelebter Arbeitsschutz. Und es ist eine Erfolgsstory unserer Behörde", betont der "Hausherr", Leitender Polizeidirektor Jürgen Kobza.

Bei der Ausbildungsdemonstration der Polizeischüler, die von den Fachlehrern Thorsten Maaß und Maik Roloff geleitet wird, belässt es Geerdts nicht beim Zuschauen: Er schnappt sich einen Schlagstock, Polizeischülerin Alexandra Rust erklärt die Handhabung der Waffe.

Interessiert ist Geerdts aber auch am Befinden der jungen Leute. Nach Hause fahren könnten sie nur am Wochenende, und wegen des Lernstoffes gebe es ohnehin wenig Freizeit, erfährt er. Die werde von den meisten vor allem durch Sport gefüllt. Und das Leben auf Zwei-Bett-Zimmern sei durchaus erträglich, stellt ein Polizeimeisteranwärter fest.

Die jungen Leute versichern durchweg, dass Polizist ihr Wunschberuf sei und sie sich gut vorbereitet fühlten auf den Einzeldienst, in den sie in Kürze wechseln. Fast alle kämen in Dienststellen in einem Ort, den sie sich gewünscht haben, sagt Alexandra Rust.

Weit auseinander gehende Antworten erhält Geerdts nur auf eine Frage: Wie denn die Verpflegung in Eutin sei? "Super" lässt sich ein junger Mann vernehmen. "Man kann überleben" setzt eine junge Frau nach. Alle lachen.

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