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Ostholsteiner Anzeiger

24. Oktober 2017 | 08:27 Uhr

Eine Dusche für „Salvatore“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Frühjahrsputz bei Sea Life Timmendorfer Strand für Gehege und Tiere

shz.de von
erstellt am 05.Apr.2016 | 16:52 Uhr

Völlig ruhig liegt sie da und lässt sich bürsten. Die handtellergroße Süßwasserschildkröte scheint die Wellness-Behandlung mit der Zahnbürste zu genießen. „So ein Panzer ist nicht tot wie viele denken“, sagt Biologin Cathrin Pawlak, während sie das namenlose Reptil weiter brüstet. Der Panzer sei wie ein Fingernagel. Und somit die Bürstenbehandlung wie Maniküre. Wellness pur.

Mit Bürste und Wasserschlauch haben Mitarbeiter des Sea Life in Timmendorfer Strand gestern das Großaquarium fit für den Frühling gemacht. Dabei wurden nicht nur die Aquarien und Gehege der Tiere gründlich gesäubert, sondern die Bewohner gleich mit. Und deren „Säuberungsaktion“ hatte den Nebeneffekt, dass den Tieren bei Panzer- und Hautpflege geholfen werden konnte.

Denn das Bürsten des Panzers bei den sieben Süßwasserschildkröten in der aktuellen Sonderausstellung „Abenteuer Schildkröte“ sorge dafür, dass sich die Hornschichten besser ablösen, der Panzer so besser wachsen könne, erklärt Pawlak. Gleichzeitig mindere das Schrubben den Algenbewuchs auf den Panzern der Reptilien. Und das Bürsten „stimuliert die darunter liegenden Nervenstränge und das kommt einer Massage gleich“, sagt die Aquaristin.

Auch Waran „Salvatore“ gefällt der Frühjahrsputz – kommt das 1,80 Meter lange Tier so in den Genuss einer angenehm temperierten Dusche aus einem Wasserschlauch. „Zum Häuten benötigt er Feuchtigkeit“, erklärt Pawlak. Deshalb habe das 15-Kilo-Tier auch kleine Duschen in seinem Terrain.

Der gesamte Frühjahrsputz werde angesichts der 180 Quadratmeter Fensterfronten der Becken einige Tage in Anspruch nehmen, schätzt Franziska Potrafky vom Sea Life. „In vielen Becken erledigen das Putzerfische und Putzergarnelen, die in den Aquarien leben“, sagt Potrafky. So wird auch im Hai-Becken wird geputzt. Dazu ist dann ein Taucher im Einsatz. Angst, dass ihn die Raubfische als Beute ansehen, müsse er nicht haben, sagt Potrafky. „Unsere Schwarzspitzen-Riffhaie sind die größten Angsthasen. Die verstecken sich in der letzten Ecke, wenn der Taucher im Becken ist.“ Gefährlicher seien eher die Schildkröten. „Bei denen würde ich nichts grünes anziehen, die denken sonst, das wäre Futter“, scherzte die Sea-Life-Mitarbeiterin.

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