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Eine Botschaft von Auschwitz: „Vergiss deinen Namen nicht“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 17.Sep.2015 | 16:07 Uhr

Ergriffenes Schweigen herrschte in der Aula des
Weber-Gymnasiums: Dort las Alwin Meyer Schülern des
10. und 11. Jahrgangs Auszüge aus seinem Buch „Vergiss deinen Namen nicht“. Der Dokumentarfilmer und Autor aus Cloppenburg berichtete über Kinder, die Auschwitz zwar überlebt haben, aber für immer gezeichnet wurden.

Die allermeisten der 232  000 Säuglinge und Jugendlichen, die in das Konzentrationslager gebracht wurden, entkamen der Vernichtungsmaschinerie nicht. 650 aber wurden am 27. Januar 1945 von der sowjetischen Armee befreit. Mit 20 von ihnen hat Meyer über Jahrzehnte hinweg Gespräche über ihre Zeit im Konzentrationslager geführt. Die Ergebnisse dieser Biografiearbeit und weiterer Forschungen sind in seinem Buch festgehalten. Im Titel „Vergiss deinen Namen nicht“ klingt betont an, dass sich kein Mensch zur Nummer degradieren lässt.

„Das Thema hat mich nicht losgelassen, seitdem ich mit 21 Jahren in Ausschwitz von der Existenz des Kinderblocks erfahren habe“, so der 1950 geborene Meyer. Er selbst habe als Schüler nichts über Auschwitz erfahren. Und immer wieder schwang in seinen Ausführungen Bewunderung mit, dass Menschen, denen so unfassbar Schreckliches durch Deutsche widerfahren ist, dennoch ihn, den Deutschen, als Freund betrachten können.

In kurzen Zitaten und der Schilderung von Alltagssituationen, begleitet von zeitgenössischen Fotos, brachte Meyer den Weber-Schülern das Leben der Kinder vor, während und nach ihrer Zeit in Auschwitz nahe. „Keiner der Zuhörer blieb unberührt von der Schilderung der Selektion, der Trennung von den Verwandten, der medizinischen Experimente, des Hungers, der Schläge und des ständig gegenwärtigen Todes aus der Sicht der Kinder, die so plötzlich keine mehr waren und deren Erfahrungen später auch das Leben ihrer Kinder und Enkel maßgeblich beeinflussten“, schilderte Lehrerin Susanne Thiele die Wirkung der Lesung.



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