Eine blaue Fliege zum Amtsantritt

Eine Fliege mit dem Wappen des Kreises hatte Petra Kirner eigens für den passionierten Fliegenträger Harald Werner genäht.
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Eine Fliege mit dem Wappen des Kreises hatte Petra Kirner eigens für den passionierten Fliegenträger Harald Werner genäht.

Der neue Kreispräsident ist passionierter Fliegenträger und erhielt zum Einstand ein handgefertigtes Exemplar mit Ostholstein-Wappen

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13. Juni 2018, 16:19 Uhr

Wenn die erste Sitzung des neuen, 12. Kreistages ein Omen enthalten sollte, ist es ein gutes: Die Konstituierung erfolgte reibungslos und mit jeweils einstimmigen Beschlüssen (wir berichteten). Und der neue Kreispräsident Harald Werner präsentierte, auch wenn „Lampenfieber“ zu erkennen war, seine Routine in der Sitzungsführung, die er sich in 20 Jahren als Bürgervorsteher in Stockelsdorf erworben hat.

Die erste Überraschung, die der neue Repräsentant des Kreises Ostholstein erfuhr, wurde ihm von der CDU-Fraktionskollegin Petra Kirner bereitet: Dem passionierten Fliegenträger empfahl sie, einen roten Querbinder gegen einen in den Farben des ostholsteinischen Wappens zu tauschen. Kirner schenkte dem neuen Kreispräsidenten eine Fliege, die sie – wie sie am Rande verriet – selbst unter Verwendung einer Krawatte mit Kreiswappen genäht hatte.

Vor die Verpflichtung der neuen Abgeordneten stand in der Tagesordnung der Blick zurück, vor allem für Abgeordnete, die dem neuen Kreistag nicht mehr angehören. Fünf scheidende Abgeordnete hatten dem Gremium der Selbstverwaltung mehr als 20 Jahre angehört: Den Rekord hielt Bärbel Seehusen (SPD), die Schönwalderin gehörte ohne Unterbrechung 30 Jahre und einen Monat dem Kreistag an. Die weiteren „Veteranen“, die verabschiedet wurden, waren Jörg Troike (CDU) aus Stockelsdorf, Manfred Breiter (FDP) aus Oldenburg, Karlheinz Jepp (SPD) aus Eutin und Gerd Fritsche (SPD) aus Göhl.

Bei drei Gegenstimmen der Freien Wählergemeinschaft beschloss der Kreistag eine Satzung, mit der die Zahl der Ausschüsse auf sechs reduziert wird. Das geschieht durch die Zusammenlegung von Finanz- und Hauptausschuss. Zu dessen Vorsitzendem wurde der CDU-Fraktionsvorsitzende Timo Gaarz gewählt. Zwei weitere Ausschüsse werden ebenfalls von CDU-Mitgliedern geführt: Der Schulausschuss von Silke Felix-Nitz und der Wirtschaftsausschuss von Carl-Alexander Struck.

Der SPD-Abgeordnete Manfred Jaeger leitet weiter den Sozialausschuss, ebenfalls von der SPD ist Gabriele Freitag-Ehler, die neue Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses. Mit Jens Johannsen hat ein Vertreter der Grünen den Vorsitz des Umweltausschusses übernommen.

Wie fast alle Beschlüsse erfolgte einstimmig eine Änderung der Entschädigungssatzung für die Kreistagsabgeordneten. Ihre monatliche Pauschale wird damit um 13 Euro erhöht. Als Begründung dient die Einführung der papierlosen Arbeit, also die Übermittlung der Unterlagen in digitaler Form. Mit der Erhöhung der Aufwandspauschale soll den Abgeordneten die Kosten für das Ausdrucken von Dokumenten erstattet werden. Außerdem müssen sie sich ein Tablet selbst kaufen.

Ein zum Schluss der Sitzung behandelter Antrag der SPD, die erneut auf ein Ende bei den Elternbeiträgen für Schulbuskosten drängte, wurde – wie gestern berich-tet – mit den Stimmen aller anderer Fraktionen in den zuständigen Ausschuss verwiesen. Das gleiche Schicksal traf einen Antrag auf eine Änderung der Satzung, den der Gleichstellungsbeirat gestellt hatte und der zunächst im Hauptausschuss beraten werden soll.

In der ersten Sitzung des Kreistages hatte die Gleichstellungsbeauftragte Silke Meints auch ihren ersten Auftritt: Bei der Entsendung von Kreistagsabgeordneten in externe Gremien zum Beispiel beim Zweckverband Ostholstein oder der Sparkasse dränge das Gleichstellungsgesetz auf eine paritätische Berücksichtigung von Frauen und Männern.

Das sei erklärte Absicht und wünschenswert, stellte Landrat Reinhard Sager fest. Wenn die Vorgabe nicht erfüllt werden könne, müsse dies dokumentiert werden. Der Frauenanteil im neuen Kreistag ist deutlich gesunken, von 61 Abgeordneten sind nur 17 weiblich, zwölf davon gehören der SPD und den Grünen an.

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