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Ostholsteiner Anzeiger

17. November 2017 | 22:15 Uhr

Eine anhaltende Erfolgsgeschichte

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die vor zehn Jahren gegründete Bürgerstiftung Ostholstein ist mittlerweile Dach für fünf lokale Stiftungen und 31 Stiftungsfonds

von
erstellt am 16.Okt.2017 | 16:37 Uhr

Wer aus freien Stücken Zeit und Geld für das regionale Gemeinwesen sinnvoll einsetzen will, ist bei der Bürgerstiftung Ostholstein an der richtigen Adresse. Zehn Jahre nach ihrer Gründung zeigt sich der Vorsitzende Jens-Uwe Teichert zufrieden mit der Resonanz: „Es ist der Bürgerstiftung nicht nur gelungen, das Vertrauen der Bürger zu gewinnen, sie hat sich zudem als wichtiger Akteur im gesellschaftlichen Leben Ostholsteins etabliert.“

Das zehnjährige Bestehen der Bürgerstiftung stand im Mittelpunkt eines festlichen Abends für Mitglieder und Spender im Jagdschlösschen am Ukleisee. Ein Höhepunkt dabei war die mit großem Beifall aufgenommene Eloge des Poetry-Slam-Künstlers Björn Högsdal auf die Stifter. Ein kurzer Auszug: „Da, wo Bürger sich vernetzen, fällt man schwerer durch das Netz. Wenn wir aufeinander setzen, blüht Gemeinschaft hier und jetzt…“

In Gesprächen am Rande der Veranstaltung gaben einige Stiftungsgründer Auskunft über den Anlass und ihre Motivation. So berichtete der ehemalige Landtagsabgeordnete Hans-Gerhard Ramler freimütig, dass er und seine Frau nach dem plötzlichen Tod ihres Sohnes und der Schwiegertochter entschieden haben, ihr Vermögen nicht dem Staat zu überlassen, sondern an eine ihren Namen tragende Stiftung zu vererben. Die fördert Menschen, die sich beruflich neu orientieren müssen, damit aber finanziell überfordert sind. Andere Stiftungsgründer und -spender begründeten ihr Engagement mit dem Wunsch, der Gesellschaft, die ihnen Wohlstand ermöglicht habe, gezielt etwas zurückzugeben.

In seiner Festrede nannte Jens Teichert, der seit Beginn 2007 den ehrenamtlichen Vorstand der Bürgerstiftung Ostholstein führt, die bisherige Entwicklung „eine echte Erfolgsstory“. Das damals von der Sparkasse Holstein zur Verfügung gestellte Startkapital von 100  000 Euro sei stetig vermehrt worden: „Wir haben beim Stiftungskapital vor wenigen Tagen durch eine private Zahlung die Grenze von drei Millionen Euro überschritten.“

In den zehn Jahren seien von der Stiftung aus den Erträgen insgesamt rund 480  000 Euro für Fördermaßnahmen ausgeschüttet worden. Dazu zählen die Versendung von Elternbriefen zu Erziehungsfragen und die Förderung von Familienzentren, des Frauen-Notrufs sowie diverser Bildungsaktivitäten. Angesichts regelmäßiger Spenden und organisatorischer Hilfe seitens der Sparkasse war es Teichert neben Worten des Dankes dafür hörbar ein Anliegen, die Unabhängigkeit der Bürgerstiftung Ostholstein herauszustellen: „Wir sind absolut neutral und frei in unseren Entscheidungen.“

Wichtiger fast aber als die finanzielle Entwicklung sei für die Bürgerstiftung die Bereitschaft von Menschen, in ihrer Freizeit etwas für andere zu tun – zum Beispiel im Projekt Mentor als feste Bezugsperson für Kinder, die Unterstützung beim Lesenlernen brauchen. „Zahlreiche Zeitspender spenden jährlich mehr als 6200 Stunden, ein Engagement von unschätzbarem Wert“, betonte Teichert und machte diese Rechnung auf: Würde dafür ein Stundensatz von nur zehn Euro und eine Kapitalverzinsung von zwei Prozent veranschlagt, entspräche diese ehrenamtliche Leistung einem Stiftungskapital von 3,2 Millionen Euro.

Mit verhaltenem Optimismus kommentierte er die jüngst aus dem Eutiner Rathaus verkündete Nachricht, dass die Vogtskate am Schlossgarten bis Ende 2018 zu einem Haus der Stiftungen ausgebaut sein soll. Teichert: „Wir haben vorgesorgt und die entsprechenden Rückstellungen für dieses lange geplante Bauvorhaben gebildet. Aber ob tatsächlich alle bürokratischen Hürden schon beiseite geräumt sind, muss sich zeigen. Es wäre jedenfalls für den außerschulischen Lernort Küchengarten ein Riesengewinn, sollte das Haus der Stiftungen auch dafür endlich gebaut werden können.“

Landrat Reinhard Sager bekundete Freude, dass sein Anstoß zur Gründung einer Bürgerstiftung eine „äußerst positive Entwicklung“ genommen habe. Er wünsche sich, dass die Stiftung „hilfreich da zur Stelle sein kann, wo sozial oder kulturell Not herrscht, die öffentliche Hand aber keine Zugriffsmöglichkeit hat. Einfach ausgedrückt: Die Bürgerstiftung soll Gutes tun können für die Menschen in Ostholstein.“

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