Malente : Eindringling ist Chef im Gehege

Auf dem Weg zu den vielen Weibchen hielt den wilden Hirsch nichts auf – nicht einmal der stabile Zaun rund um das Wildgehege.
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Auf dem Weg zu den vielen Weibchen hielt den wilden Hirsch nichts auf – nicht einmal der stabile Zaun rund um das Wildgehege.

Ein wilder Hirsch ist in das Wildgehege eingebrochen und fühlt sich dort in Gesellschaft etlicher Weibchen ziemlich wohl.

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23. November 2016, 11:00 Uhr

„Kein Zaun ist so hoch, dass die Liebe nicht darüber kommt“, sagt Gerd Schumacher. Er hat vor 20 Jahren den Förderverein Dorf und Natur (Födona) gegründet, der sich im Auftrag der Gemeinde Malente um den Wildpark am Diekssee kümmert.

Mitte Oktober staunten die Mitglieder des Fördervereins nicht schlecht, als plötzlich ein neuer Hirsch im Gehege auftauchte. „Das Tier hat den Geruch der Weibchen aufgenommen. Ihm war bewusst, dass er hier einen guten Brunftplatz findet“, erklärt Schumacher. Die Umzäunung werde von den Tieren nicht als negativ betrachtet, sie gebe ihnen Sicherheit und Gesellschaft. Der Hirsch sei bei der Malenter Thomsen-Kate ins Gehege eingebrochen und seitdem von 15 Weibchen umgeben. „Dem Hirsch war die Unterlegenheit der anderen zwei Hirsche bewusst – das hat er sich zunutze gemacht. Er dachte: Hier werde ich Chef“, sagt Schumacher. Am Geweih des Tieres sei zu erkennen, dass es fünf bis sechs Jahre alt sei.

Bei seinem Einbruch müsse das Tier immer wieder mit großer Kraft gegen den Zaun gedrückt haben, so dass dieser schließlich nachgegeben habe. Im Zuge dessen sei es dem weißen Hirsch Mitte Oktober gelungen, aus dem Wildpark auszubrechen. Seinen Ausflug bezahlte der Ausbrecher mit dem Leben – ein Jäger brachte das Tier zur Strecke (wir berichteten). „Der weiße Hirsch war bei Besuchern des Wildparks sehr beliebt – im Frühjahr werden wir einen neuen Hirsch für das Gehege besorgen“, sagt Schumacher.

Nicht nur die Mitglieder von Födona freut der Zuwachs – ganz besonders auch die Weibchen, die sich um den jungen Hirsch scharren. Das Tier werde mindestens bis nächstes Frühjahr im Wildpark bleiben und danach „solange er möchte“, sagt Gerd Schumacher.

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