Einbruch: Mit dem Auto ins Geschäft

Der gestohlene Pkw diente als Einbruchswerkzeug.
Der gestohlene Pkw diente als Einbruchswerkzeug.

Sachschaden in Eutiner Handy-Laden ist deutlich höher als der Wert der Beute

shz.de von
01. November 2016, 11:01 Uhr

Es war ein Raub wie aus dem Film: Am Montagabend gegen 21.40 Uhr fuhren Unbekannte mit einem gestohlenen Wagen in einen Handy-Laden in der Königstraße. Nachdem sie rückwärts mit dem Saab Kombi über die Fußgängerzone durch das Schaufenster gekracht waren, stahlen die Täter sechs Handys aus dem Geschäft und verschwanden vom Tatort. Das Auto ließen sie im Schaufensterrahmen zurück. Der Saab mit Kieler Kennzeichen gilt seit dem 14. Oktober als gestohlen.

Filialmitarbeiter Matthias Wolff hatte erst in den Morgenstunden von dem Einbruch in „seiner“ Filiale erfahren: „Mein Chef hat mir ein Bild geschickt. Zuerst habe ich gar nicht erkannt, was darauf zu sehen war.“ Als Wolff seinen Arbeitsplatz erreicht, sieht er ein Bild der Verwüstung: Die Schaufensterfront der Filiale ist zerborsten, der Tresen steht diagonal im Raum und den Teppich des Geschäftsraums bedeckt eine Schicht aus herausgebrochenen Autoteilen und Scherben. Wolff, der seit sechs Wochen in der Eutiner Filiale arbeitet, kann beim Blick auf den Scherbenhaufen nur mit dem Kopf schütteln: „Der Sachschaden ist wesentlich höher, als der Wert der Beute.“ Denn von den sechs gestohlenen Geräten der so genannten „Erlebniswand“ des Handy-Shops seien lediglich vier funktionsfähig. „Die anderen beiden waren Demo-Geräte“, sagt Wolff. Damit entspricht der Wert der Beute 2000 bis 2500 Euro. Für Constantin Adamovski – einem Kollegen von Matthias Wolff – ist der Fall klar: „Die waren einfach nur dumm“, lautet das Urteil Adamovskis. „Ich hätte gedacht, dass die sich vorher genau ausgucken, was sie mitnehmen. Und dann klauen sie vier Handys, nicht mal das Zubehör an den Wänden haben sie angerührt.“ Doch Diebstahl und Einbrüche seien in der Branche kein Fremdwort, weiß Adamovski: „Ich bin seit sieben Jahren dabei und da haben wir schon so einiges erlebt, auch in Eutin. Gerade erst vor zwei Jahren mit rumänischen Banden von Trickdieben.“

Die Kriminalpolizei ermittelt nun. Am Tatort wurden DNA-Spuren sichergestellt. „Ob die von den Tätern oder von Kunden sind, muss noch geklärt werden, immerhin ist das hier ein Kundenbereich“, sagt Matthias Wolff. Außerdem wird das Material der Überwachungskamera noch ausgewertet. Noch konnten die Täter nicht ermittelt werden.

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