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Eutin : Einbrecher gefasst – Übung gemeistert

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ortstermin in Eutin: Polizeiobermeisteranwärter üben das Ergreifen von Einbrechern vor den Augen des Innenministers. Der ist voll des Lobes.

„Was willst du?“ ruft der Einbrecher provokativ, als er auf frischer Tat ertappt wird. Er geht auf den Polizisten zu, die Brechstange schlagbereit in der Hand. Stefan Waetcke, Polizeiobermeisteranwärter, zieht sein Pfefferspray. Der Angreifer reibt sich die Augen, lässt die Brechstange fallen. Zusammen mit seiner Kollegin Nina Muus gelingt es ihm blitzschnell, den Täter zu Boden zu bringen. Auch dessen Komplizin, bewaffnet mit einem Messer, liegt mittlerweile unter den Knien der Kollegen Lara Brauer und Maurice Kaesler. Überwältigt. Die Handschellen klicken parallel zur Rechtsbelehrung. Umdrehen, aufrichten, durchsuchen.

Es ist ein Übungsszenario, wie es im Alltag vorkommen kann. Darauf legen die Ausbilder rund um Einsatzleiter Lars Lange in der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung (PDAFB) wert. Einziger Unterschied: Gestern schauten mehr als ein Dutzend Journalisten zu – und der Dienstherr, Innenminister Stefan Studt. „Ich bin beeindruckt, wie praxisnah der Unterricht hier ist. Gerade Einbruchsdiebstahl ist ein Feld, in dem wir laut Kriminalstatistik noch etwas aufzuholen haben“, sagte Studt. Er zollte den vier Polizeischülern hohen Respekt, dass sie diese Übung – obwohl das erste Mal – gleich vor Medienvertretern absolviert hätten.

Den Ortstermin nutzte der Innenminister, um sich von der Qualität der Ausbildung zu überzeugen aber auch Gespräche mit den Ausbildern und den Polizisten von morgen zu führen. Letzteres hinter verschlossener Tür. Ihm sei wichtig, dass offen geredet werde, betonte Studt. Zwei Stunden nahm er sich dafür Zeit. „Sie waren kritisch, und das finde ich gut.“ Der schwindende Respekt vor der Polizei in der Gesellschaft, die eigenen Zukunftschancen und die neuen Aufgabenfelder seien die wichtigen Themen gewesen. Studt: „Bei uns ist die Polizei Garant für Recht und Ordnung. Das gilt für die, die zu uns kommen ebenso, wie für die Menschen, die hier leben. Dieses Bild von Polizei müssen wir als Politik immer wieder hervorheben.“

Zur Räumung der Luftschlossfabrik in Flensburg, bei der auch die Eutiner Einsatzhundertschaft war, wollte sich Studt gestern nicht eingehend äußern: „Wir kennen jetzt alle nur die Momentaufnahmen, die Filmsequenzen, die in der Tat Sachen zeigen, die keiner sehen will. Nichts von davor oder danach. Die Aufklärung ist jetzt Aufgabe der Justiz.“ Mit der auf der Hubertushöhe ansässigen Einsatzhundertschaft habe er gestern nicht das Gespräch gesucht. Damit die Polizisten von morgen aber üben können, wie eine Festnahme gelingen kann, sei die praktische Ausbildung vor Ort in Eutin so wichtig. Studt: „Und wenn ich sehe, was hier geleistet wird, macht mich das glücklich.“

Auch Einsatzleiter Lars Lange lobte: „Wenn alle so sind, wie die vier sich hier gezeigt haben, sind wir gut davor.“ Im Sommer müssen alle aus der Klasse dieses Szenario als Prüfung bestehen, damit es anschließend in das Praktikum in den Einzeldienst geht. Lange: „Und das ist es doch, worauf wir hin arbeiten: Immer gesund nach Hause zu kommen.“

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erstellt am 16.Feb.2016 | 04:30 Uhr

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