Einbrecher - Fette Beute im Norden

25 Prozent mehr Fälle in fünf Jahren

shz.de von
16. März 2013, 09:27 Uhr

Kiel | Das eigene Zuhause wird zunehmend unsicher - denn Schleswig-Holstein ist bundesweit eine Hochburg bei Wohnungseinbrüchen. Das geht aus einer aktuellen Studie des Versicherungsvergleichsportals geld.de hervor. Darin liegt der Norden mit 258 Einbrüchen pro 100 000 Einwohnern auf Platz fünf aller Bundesländer - direkt hinter den Stadtstaaten Bremen, Hamburg, Berlin sowie dem Bundesland Nordrhein-Westfalen.

In einer Liste der 122 größten Städte Deutschlands findet sich bereits auf Platz zehn Neumünster mit 370 Einbrüchen auf 100 000 Einwohner, auf Platz 19 steht Heide (341), dicht gefolgt von Flensburg auf Platz 28 (310). Ein Vergleich der aktuellen Einbruchs-Zahlen des Kieler Landeskriminalamts mit früheren Jahren bringt ebenfalls drastische Ergebnisse. Wurden 2008 insgesamt 6092 Delikte registriert, so waren es 2012 bereits 7654 Fälle, das bedeutet eine Steigerungsrate von 25,6 Prozent.

"Es gibt immer mehr Wohnungseinbrüche, besonders zugenommen hat dabei die Bandenkriminalität", sagt

Lothar Gahrmann, Sprecher der Landespolizei. "Deshalb greift bereits seit Sommer 2012 ein neues Ermittlungskonzept Wohnungseinbruchsdiebstahl." Dazu gehörten neben einer optimierten Spuren- und Beweissicherung auch taktische Schwerpunktkontrollen auf den Straßen. Außerdem konzentriere man sich vermehrt darauf, Hehler auszuschalten, damit die Einbrecher ihre Beute nicht absetzen können. "Mit vielen kleinen Stellschrauben versuchen wir so, das Problem einzudämmen, und - man muss es ehrlich sagen - ein Stück weit auch aus dem Land zu verdrängen." 2012 sei ein anfänglicher Anstieg bei Einbrüchen von 28,1 Prozent im ersten Quartal (verglichen mit dem Vorjahr) noch auf 4,6 Prozent im gesamten Jahr gesenkt worden. "Ein Einbruch bei den Einbrüchen quasi, den wir eindeutig unserem Konzept zu verdanken haben", so Gahrmann. Unter dem Strich bleibt aber ein Anstieg - und dem steht auch noch eine gesunkene Aufklärungsquote von 11,3 Prozent gegenüber (2012: 12,6 Prozent). Auch hier findet sich Schleswig-Holstein laut geld.de-Studie mit Platz vier unter dem Durchschnitt der Länder, der im Jahr 2011 bei 20,3 Prozent lag.

Beim Weissen Ring wird die zunehmende Zahl der Einbrüche ebenfalls registriert. "2011 hatten wir 161 Opferberatungen in diesem Zusammenhang, vergangenes Jahr waren es 185", sagt Sprecher Günter Santjer.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen