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Ein Wiedersehen 60 Jahre nach dem Amtsantritt auf Hubertushöhe

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 05.Apr.2017 | 12:27 Uhr

Fast genau 60 Jahre nach dem Amtsantritt trafen sich gestern im Casino 37 pensionierte Polizeibeamte und sechs der damaligen Stammbesatzung der Polizeidirektion auf Hubertushöhe. Der Einstellungsjahrgang 1957 war in doppelter Hinsicht außergewöhnlich: Er war der erste, der seinen Dienst in der erst kurz zuvor fertiggestellten „Polizeikaserne“ begann. Und 40 der 120 Dienstanwärter waren die ersten Wochen „illegale“ Polizeischüler, weil der Stellenplan des Landes fälschlicherweise nur 80 und nicht 120 Anwärter enthielt, wie sich Siegfried Nickel gestern erinnerte.

Die 40 fehlenden Planstellen hätten zu Kuriositäten geführt wie der Auszahlung von Verpflegungsgeld in der Kantine an die „Illegalen“. Der Fehler der Verwaltung mit den fehlenden Planstellen sei bis zum 1. Mai 1957 bereinigt worden, später sei sogar per Erlass ein Dienstbeginn am
1. April nachträglich festgestellt worden – damit 40 Polizeibeamte nicht dienstrechtliche Nachteile erlitten. Die 120 Anwärter seien aus 2500 Bewerbern ausgesucht worden, erzählt Nickel. Der 77-Jährige hat gemeinsam mit Karl-Peter Heick das Treffen zum 60. Jahrestag vorbereitet, nachdem sich der Jahrgang zuletzt vor
zehn Jahren getroffen hatte.

Etwa die Hälfte der Kollegen lebe noch, schätzt Nickel. Zum Treffen vor zehn Jahren waren an die 80 gekommen. Gestern waren auch fünf Kollegen dabei, die 1957 zur Stammbesatzung auf Hubertushöhe zählten. Der älteste war Gerhard Szellinski mit 90 Jahren.

Zum Jahrgang gehört auch ein Prominenter: Fred van Thom, der Kieler hat sich als professioneller Bauchredner und Magier einen Namen gemacht. Und es gibt im Jahrgang eine Reihe von Polizisten, die in Eutin geblieben und zu bekannten Persönlichkeiten der Stadt geworden sind. Manfred Zeitz zum Beispiel, der seine Laufbahn als Leiter der Autobahnpolizei in Scharbeutz beendete, oder Wolfgang Rodenberg, der lange eine feste Größe bei der Eutiner Kriminalpolizei war.

Siegfried Nickel hatte auch die Uniform der Schutzpolizei ausgezogen und 1977 die Laufbahn bei der Kripo eingeschlagen. Nickel war der Zweitjüngste des Jahrganges, und er wollte gar keine Karriere bei der Polizei machen: „Als ich mich mit Mittlerer Reife in der Tasche hier bewarb, hatte ich die Aussicht, dass ich an einer Fachhochschule in Niedersachsen ,Landkultur und Wasserbau‘ studieren kann. Das wäre auch ganz interessant geworden. Und statt bei der Bundeswehr wollte ich die Zeit bei der Bereitschaftspolizeiabteilung überbrücken. Das wurde auch besser bezahlt.“

Nach einem Jahr auf Hubertushöhe habe er sich entschieden, auf das Studium zu verzichten. Er blieb dann insgesamt zehn Jahre auf Hubertushöhe, bevor er in der Landespolizei an vielen Stellen eingesetzt war. 1977 begann er den Lehrgang für die Kriminalpolizei und hängte gleich eine Ausbildung an der Fachhochschule Altenholz dran. Mit einer Verwendung bei der Kriminalpolizei in Eutin schloss sich der geografische Kreis dann wieder.

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