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Kultur : „Ein Tritt ins Glück“ gegen Gewalt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Theaterstück an der Wisser-Schule zur Prävention von sexuellen Übergriffen unter Jugendlichen. Schüler diskutierten mit Schauspielern

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2014 | 00:33 Uhr

Als die Schauspieler der theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück gestern in der Turnhalle der Wilhelm-Wisser-Schule ihre Bühne betraten, wurde es im Raum schlagartig still. Gebannt richteten die vorher noch so lebhaften Neuntklässler ihre Blicke auf das improvisierte Holzpodest. Mit dem Projekt zur Prävention sexueller Übergriffe unter Jugendlichen stand ein ernstes Thema auf dem Stundenplan. Passend hierzu: das Theaterstück „Ein Tritt ins Glück“, das sich genau mit diesen Grenzübertritten auseinander setzt.

Die Geschichte spielt irgendwo in Deutschland. Die Freunde Ole und Paul sehnen sich nach ihren ersten Beziehungen zum anderen Geschlecht. Während Paul eher ein Draufgänger ist und bei der taffen Alexandra landen will, entwickelt sich bei Ole ein vielversprechender Internet-Flirt mit der schüchternen Saran. Wie es das Schicksal will, treffen sich die vier Jugendlichen einige Tage später vor einer Disco. Nach kurzer Anlaufschwierigkeit schafft es Ole tatsächlich, bei der streng erzogenen Saran zu landen.

Sein Kumpel Paul hat weniger Glück und blitzt mit seinen plumpen Anmachsprüchen bei Alexandra ab, die sich mit Händen und Füßen gegen ihn wehrt. Frustiert betrinkt er sich und trifft Saran wieder, die sich gerade nach ihrem ersten gemeinsamen Kuss von Ole verabschiedet hat. Nachdem er auch von ihr einen Korb bekommen hat, wird Paul sexuell übergriffig und vergewaltigt Saran. „Wenn du es jemandem sagst, dann erzähle ich in der Schule, dass du eine Schlampe bist“, droht er seinem Opfer.

Saran macht sich nun Selbstvorwürfe. „Warum habe ich mich nicht richtig gewehrt?“, fragt sie sich. Ihrer Freundin Alexandra erzählt sie von dem Vorfall zunächst nichts, auch von ihrer Liebe Ole wendet sie sich ab. Irgendwann platzt es aber doch aus ihr heraus und sie offenbart sich ihrer Freundin. Zwar endete an dieser Stelle das Theaterstück, der Projekttag war für die Wisser-Schüler jedoch noch lange nicht vorbei.

Gemeinsam mit den vier Schauspielern ging es nun in die Klassenräume. „Wir möchten mit den Schülern darüber sprechen, was sie gesehen und wahrgenommen haben. Auch in Bezug auf sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen“, erklärte Schauspielerin Heidrun Fiedler (Alexandra). Ziel sei es, die Schüler zum Nachdenken über das Thema zu bewegen und Diskussionen unter ihnen zu steuern. Als Mitarbeiter der theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück seien sie hierfür speziell ausgebildet worden. Heute macht das Projekt in Neustadt Halt.

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