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Eutiner Schloss : Ein seltenes Kunstwerk mit Brotteig

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Sehr seltener und ungewöhnlicher Altarvorhang aus der Mitte des 17. Jahrhunderts im Schloss soll restauriert und neu präsentiert werden

von
erstellt am 23.Jun.2015 | 16:59 Uhr

Die Restaurierung eines vergoldeten Spiegel-Rahmens wollten die Freunde des Schlosses Eutin im vergangenen Jahr bezahlen. Doch wegen des Wechsels der Geschäftsführung in der Stiftung Schloss Eutin ist das unterblieben.

Weil etwa 8000 Euro in der Kasse geblieben sind, will der Vorstand des 300 Mitglieder zählenden Vereines deshalb in diesem Jahr ein größeres, etwa doppelt so teures Projekt anpacken: Die Restaurierung eines Antependiums, ein aufwendig bestickter Altarvorhang, und der Kauf einer speziellen klimatisierten Vitrine für das wertvolle Stück aus dem Jahr 1641.

Das kündigte der Vorstand des Vereines mit Dr. Wolfdieter Schiecke an der Spitze gestern im Jahrespressegespräch zu den bevorstehenden Aktivitäten des Vereines an. Konkrete Angaben zur Frage, was denn nun in Sachen Schloss-Stiftung vorgefallen sei, vermied Dr. Schiecke. Er deutete nur an, dass die gebremsten Vereinsaktivitäten mit dem Interims-Geschäftsführer Matthias Bönsel zusammen hingen, dessen Amtszeit am 30. Juni endet.

Statt eines Spiegel-Rahmens soll nun die nächste gute Tat des Vereines einem außergewöhnlichen Stück zugute kommen: Ein fünf Meter langes, knapp ein Meter breites Stück Stoff mit gestickten Bildern, darunter einer Kreuzigungsszene und eine Darstellung des Heiligen Petrus.

Einzigartig ist dieses 374 Jahre alte Antependium (das Wort setzt sich aus „ante“ für „vor“ und „pendere“ für „hängen“ zusammen), weil ein unbekannter Meister zur plastischen Ausformung der Figuren durchgekautes Graubrot verwendet habe, berichtete Dr. Schiecke. Restaurierung und eine speziell angefertigte Schauvitrine dürften an die 15  000 Euro kosten, schätzt der Vorstand. Unklar ist noch, ob das Antependium künftig in der Schlosskirche präsentiert werden kann oder im Flur davor. Etwa 8000 Euro stiftet der Verein jährlich für Inventar-Sanierung, das Geld stammt aus Mitgliedsbeiträgen, aber auch Spenden – darunter Zuwendungen der Sparkasse und der Sparkassen-Stiftung.

 

 

 

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