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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 00:50 Uhr

Ein schauriges Szenario

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Groß angelegte Rettungsübung in Laboe: Explosion in der Schwimmhalle fordert die Einsatzkräfte

von
erstellt am 29.Apr.2016 | 18:28 Uhr

Es ist 13.37 Uhr, als am Sonnabend eine schwere Explosion die Meerwasser-Schwimmhalle in Laboe erschüttert. Innerhalb von Minuten breitet sich dichter Rauch aus. Dutzende von Badegästen sind offenbar im Gebäude eingeschlossen, wahrscheinlich gibt es Verletzte. Die Situation ist unübersichtlich, das Gebäude schwer beschädigt. Großalarm.

Dieses Szenario war Drehbuch einer großen Rettungsübung für Einsatzkräfte aus dem Kreis Plön, die durch Helfer aus Kiel, Hamburg und Nord-Niedersachsen verstärkt wurden. Mehr als 350 Personen und 61 Einsatzfahrzeuge waren an der Übung beteiligt.

Den Feuerwehrleuten aus Laboe, die als erste eintreffen, bietet sich ihnen ein Bild des Grauens: Dichter Rauch dringt aus dem Gebäude, vor dem Eingang liegt ein zertrümmerter Pkw brennend auf dem Dach, im Inneren noch der Fahrer. Im Minutentakt treffen weitere Rettungskräfte ein. Teams mit Atemschutzgerät machen sich fertig, andere kümmern sich um den Pkw. Ruhig und professionell werden Befehle erteilt, kümmern sich die Einsatzgruppen um ihre Aufgaben.

Ein Zelt für die Betreuung der Geretteten und Verletzten wird von Notärzten besetzt. Krankenwagen stehen bereit. Während Löschtrupps das verqualmte Innere des Schwimmbades nach Personen durchsuchen, bringen zwei Leiterwagen ihre Trupps auf das Dach der Schwimmhalle. Spezialisten des nahen Munitionsdepots am Jägersberg kümmern sich um die mögliche Explosionsursache. Die ersten Verletzten werden aus dem Gebäude gebracht, müssen versorgt werden.

Die Übung ist Bestandteil des jährlichen Rettungsdienst-Ausbildungstages, sie findet jewiels mit einem anderen Schwerpunkt und an einem anderen Ort statt. Sie soll vor allem die Zusammenarbeit zwischen Rettungsdiensten, der „Schnellen Einsatzgruppe“ des ASB, Feuerwehren und THW einschließlich Notfallseelsorge testen und fördern.

Beteiligt waren diesmal neben den Rettungsdiensten die Wehren aus Laboe, Heikendorf, Wendtorf, Probsteierhagen und Brodersdorf. Die 70 Verletzten wurden – wie immer – von den Schülern der regionalen Ausbildungszentren der Krankenhäuser und Krankenschulen für medizinische Berufe dargestellt – in den Augen der zahlreichen Bürger, die das Szenario mit Interesse verfolgten, sehr wirklichkeitsnah. Nach rund zwei Stunden waren die „Verletzten“ versorgt, die „Feuer“ gelöscht.

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