Ein Reitlehrer auf Abwegen

Zunächst zwölf Verhandlungstage vor Plöner Gericht

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19. Juni 2014, 12:35 Uhr

Ein 49-jähriger Reitlehrer muss sich wegen sexueller Nötigung Schutzbefohlener vor dem Schöffengericht Plön verantworten. Er soll 2009 eine damals 16-Jährige mehrmals missbraucht haben. Der Prozess vor dem Schöffengericht in Plön ist bis Mitte August anberaumt.

Dubios war sein Versuch, über den Wirt eines Lokals in Grevenkrug, dem Beziehungen zu den Hell Angels nachgesagt wurden, das Opfer töten zu lassen. Seitdem lebt die junge Frau sogar unter einem Zeugenschutzprogramm an einem unbekannten Ort.

Zur Anklage hinzu kam der Vorwurf, der Angeklagte habe unter Vorlage eines angeblichen Schreibens der EU über eine Förderung von 25 Millionen Euro für ein Reit- und Messezentrum in Herzlake jemanden überredet, 250 000 Euro aufzunehmen, um sie bei ihm zu investieren. Betrug nennt das die Staatsanwaltschaft. Und letztlich zieht die Staatsanwaltschaft zwei falsche Eidesstattliche Versicherungen des Angeklagten aus 2009 und 2012 mit ein, bei denen der 49jährige Konten verschwiegen haben soll.

Der stämmige Angeklagte zeigt sich im Gericht in der Mitte seiner Anwälte ob der Vorwürfe dennoch eher gelassen. Schillernd, wie er sich gibt, so sei sein Leben. Gelernt hat er Fleischer, gearbeitet jedoch als Sport und Tourismusmanager – unter anderem bei Sportvereinen in Travemünde und Neumünster. Handballvereine habe er trainiert und zum Erfolg geführt, sagt er, der nur privat mal Handball gespielt hat.

Einen Nachweis für eine Ausbildung zum Reitlehrer habe er aus den USA, „aber ich habe mich länger mit dem Reitsport beschäftigt und weitergebildet“. Laut seiner Internetseite feiern seine Pferde dort noch heute Erfolge. Heute lebt er zwar von Hartz IV und hat nach eigenen Angaben rund 200 000 Euro Schulden – versuche aber schon wieder als Reitlehrer zu arbeiten – aber nur für Erwachsene, wie er vor Gericht betont. Am 1. Juli will das Gericht nun in die Beweisaufnahme einsteigen. Zu diesem Termin wird auch eine erste Aussage des damaligen Opfers erwartet. Das Gericht hat vorerst 12 Verhandlungstage terminiert.

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