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Ostholsteiner Anzeiger

20. Oktober 2017 | 11:29 Uhr

Ein neues Hotel gegen rote Zahlen?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Touristisches Entwicklungskonzept kostet Plön bis zu 50 000 Euro / Fachmann sieht Hotel Immenhof in Malente wegweisend für Region

von
erstellt am 01.Dez.2015 | 18:50 Uhr

Erstmals seit zehn Jahren verbucht die Tourist Info Großer Plöner See bis September diesen Jahres Rückgänge bei den Übernachtungen (Minus 5,7 Prozent) und den Ankünften (Minus 4,7 Prozent). Für Caroline Backmann, Leiterin der Tourist-Info Plön, ein klares Signal: „Ohne neue Kapazitäten ist in Plön kein absolutes Wachstum mehr möglich.“ Die Aussage nährte am Montagabend im Hauptausschuss den Ruf nach einem Investor für ein neues Hotel im Bereich des Strandbades Fegetasche zu finden. Doch ein Fachmann bescheinigte dem Hauptausschuss: „Fegetasche ist kein Traumgrundstück zur Ansiedelung eines Hotels in der Kreisstadt.“

Caroline Backmann nannte die Abhängigkeit von Ferienzeiten, einen reduzierten Sommerferien-Korridor und Betriebsaufgaben zur Unterbringung von Flüchtlingen als Faktoren für die roten Zahlen: „Ohne Investition in die öffentliche und die private Infrastruktur sind keine wesentlichen Änderungen absehbar.“ So sei auch das Ergebnis des Vorjahres beim Verkauf der Bahnfahrkarten nicht erreicht worden.

Doch Caroline Backmann nannte auch erfreuliche Zahlen. Das Bistro im Bahnhof verzeichnete ein Plus von voraussichtlich 20 Prozent beim Umsatz (etwa 24  000 Euro) in diesem Jahr. Und auch der Souvenir-Shop wird wohl 30 Prozent mehr einfahren. Hier erwartet Backmann Einnahmen von 9000 Euro. Der Schwerpunkt 2016 liege in der Kooperation mit der Landesgartenschau in Eutin. Im Mittelpunkt steht am 14. Juli 2016 ein Plön-Tag.
„Herausforderung Hotelansiedlung“ hieß denn auch der Vortrag, den Frank Behrens, Ansiedlungsberater für Hotellerie und Gastronomie bei der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH, hielt. Schleswig-Holstein erfahre steigendes Interesse als Investitionsstandort. Derzeit entwickelt Behrens 35 neue Hotel-Projekte mit 49 Objekten im Land und einem Gesamtvolumen von 230 Millionen Euro. „Ein Hotelprojekt ist eine Schlüsselinvestition für Tourismusorte mit langfristiger Wirkung auf die touristische Auswirkung des Ortes auf die Zielgruppenfokussierung“, sagte Behrens und spielte damit Caroline Backmann in die Karten.

Ein neues Hotel bringe neue, zusätzliche Gäste. Behrens: „Es gibt Bedarf für qualitativ hochwertige und attraktive Hotels.“ Der Umbau des Immenhofes in Bad Malente sei ein neues Projekt in der Fläche. Das sei erst der Anfang, der in der Region Plön und Eutin als kleiner Lichtblick etwas auslösen werde. Und den Blick in Richtung Plön gerichtet: „Das hier vorhandene ‚Nordic-Hotel’ würde in Plön heute auch nicht mehr so gebaut werden.“

Ob Plön ein guter Standort für ein attraktives und hochwertiges Hotel ist, das kann nach Meinung von Frank Behrend nur ein Touristisches Entwicklungskonzept für Plön darstellen. Das, so seine Empfehlung, sollte man bei einem externen Unternehmen beauftragen und danach alle an einen Tisch bringen. Kostenpunkt: zwischen 30  000 und 50  000
Euro.  

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