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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 12:54 Uhr

Ein Netzwerk der Bildungschancen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vier Gemeinschaftsschulen vereinbaren intensive Zusammenarbeit mit der Beruflichen Schule Eutin / Option auf höhere Schulabschlüsse

shz.de von
erstellt am 28.Nov.2014 | 09:35 Uhr

Was bereits seit Jahren bewährte Praxis ist, wurde gestern förmlich besiegelt: Die Leiter der vier Gemeinschaftsschulen in Eutin, Malente, Ahrensbök und Bad Schwartau unterzeichneten eine „Vereinbarung der Zusammenarbeit“ mit der Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein in Eutin.

Was so gestelzt klingt, hat für junge Menschen große Bedeutung: Ihnen bietet diese Zusammenarbeit vielfältige Chancen für einen optimalen Abschluss ihrer Schulkarriere – egal wo die vielleicht stockte. Carsten Ingwertsen-Martensen, Leiter der Kreisberufsschule, umriss die Intention des Bildungspaktes so: „Die Berufliche Schule Eutin versteht sich als originäre Oberstufe mit der Zielsetzung, möglichst vielen Bewerberinnen und Bewerbern aus den vier Gemeinschaftsschulen die Fortführung ihrer Bildungswege zu höheren Abschlüssen zu ermöglichen.“

Und weiter: „Die Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe und die Berufliche Schule sind zwar organisatorisch eigenständig, bilden in ihrer guten Zusammenarbeit aber pädagogisch eine Einheit. Die Systeme bauen aufeinander auf und durch den intensiven Austausch zwischen den Schulen kann der Übergang der Schüler von dem einen System in das andere System ohne Probleme erfolgen.“

Dieses bereits geübte Miteinander soll jetzt durch gemeinsame Lehrerkonferenzen gefestigt werden. Geplant sind zudem Informationsveranstaltungen für Schüler und Eltern, „Schnuppertage“ der Gemeinschaftsschüler in der Beruflichen Schule sowie eine Kooperation in der Lehrer-Ausbildung und wechselseitige Hospitationen im Unterricht. Auch die Kontakte zu Ausbildungspartnern in Handwerk, Handel, Industrie und Verwaltung sollen gemeinsam gepflegt werden.

Sven Ulmer, Leiter der Wisser-Schule, bekräftigte den praktischen Nutzen der Zusammenarbeit: „Immer wieder regen Eltern an, wir sollten eine gymnasiale Oberstufe einrichten. Denen sage ich dann: Die haben wir doch schon mit der KBS.“ Darüber hinaus sei es für die Wisser-Schüler schon Alltag, den Werkunterricht in den Werkstätten der Berufsschule zu erhalten.

Zufrieden schon mit der bisherigen Zusammenarbeit äußerten sich Marion Rönnfeldt, Leiterin der Arnesboken-Schule, und Torsten Hardt von der Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftsschule in Bad Schwartau. Dr. Thilo Philipp, Schulleiter in Malente, unterstrich den Fürsorge-Auftrag der Schulen: „Wir müssen allen eine Perspektive bieten, fähig für eine gute berufliche Ausbildung zu sein. Es darf niemand durch das soziale Netz fallen.“

Pikanterie am Rande: Aufgrund einer genauen Definiton im neuen Schulgesetz darf bei dem Ganzen nicht mehr von „Kooperation“ geredet werden, denn dann wäre die Berufsschule verpflichtet,
alle Bewerber der Gemeinschaftsschulen aufzunehmen, was der Kreis als Schulträger finanziell aber nicht garantieren will. Also wurde der Vertragstitel schnell in „Zusammenarbeit“ umformuliert – und der demografische Wandel wird irgendwann ein Übriges tun.



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