Ein Mediator soll den Streit schlichten

29-jähriger Preetzer soll Bekannten mit einer Gaspistole beschossen haben

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08. Februar 2018, 11:43 Uhr

Unspektakulär endete vorläufig das Strafverfahren gegen einen 29-jährigen Preetzer, der laut Anklage der Staatsanwaltschaft Kiel zwischen Weihnachten und Neujahr 2016 einen Bekannten mit einer Gaspistole beschossen und bei einer anschließenden Rangelei diesem mit der Pistole ins Gesicht geschlagen habe. Dabei zerbrach die Waffe und das Opfer erlitt stark blutende Gesichtsverletzungen.

Bevor es zur eigentlichen Verhandlung kam, regte die Gerichtsvorsitzende an, das Verfahren durch einen sogenannten Täter-Opfer-Ausgleich zu erledigen. Ein Verfahren, das ähnlich wie ein Vergleich in Zivilverfahren, das Ziel hat, zu einer außergerichtlichen Konfliktlösung zu kommen bzw. dem Täter eine Strafmilderung zu bescheren.

Ein Mediator, in diesem Fall die Gerichtshilfe Kiel, lotet in Vorgesprächen aus, ob die realistische Möglichkeit einer Verständigung zwischen Opfer und Täter besteht und vereinbart bei einer positiven Einschätzung ein Gespräch mit den „Parteien“. Das Verfahren läuft dann darauf hinaus, dem Opfer eine Genugtuung in Form einer Entschuldigung, einer Wiedergutmachung des Schadens oder Zahlung eines Schmerzensgeldes bei einer Körperverletzung zu verschaffen.

Nach Beratung mit ihren Mandanten erklärten sich Staatsanwaltschaft, Verteidiger und Nebenklägeranwalt mit dem Vorschlag des Gerichts einverstanden. Das Gericht stellte daraufhin das Verfahren für die Dauer von sechs Monaten vorläufig ein und erklärte sich bereit, die Sache bei erfolgreicher Durchführung des Täter-Opfer-Ausgleichs dann endgültig einzustellen.

Die Bemerkung des Verteidigers, dass der „Falsche“ auf der Anklagebank säße, kann wohl als Indiz dafür gewertet werden, dass das Schlichtungsverfahren nicht ganz unproblematisch verlaufen dürfte.

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