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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 19:59 Uhr

Ein Knurrhahn lässt die Seele spüren

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Lotsengesangverein existiert seit 85 Jahren / Jubiläumskonzert findet morgen (11. September) in der St. Nicolai-Kirche statt

von
erstellt am 09.Sep.2014 | 19:27 Uhr

Ein harter Winter, die Förde friert zu: Als im Februar 1929 die Schifffahrt auf der Ostsee zum Erliegen kam, hatte das auch etwas Gutes. Die See- und Kanallotsen versammelten sich in großer Zahl in der Lotsenwartehalle in Kiel-Holtenau und sangen ihre alten Lieder. Damals gründete sich der Lotsenversangverein Knurrhahn. In diesem Jahr feiert er sein 85-jähriges Bestehen mit einen Jubiläumskonzert: Morgen, Donnerstag, 11. September, tritt er um 19 Uhr in der St. Nicolai Kirche am Alten Markt auf. Als Gäste präsentiert der Knurrhahn den Kammersänger Hans Georg Ahrend und den Lotsenchor Takelure aus Brunsbüttel.

Über 200 Mitglieder zählt der Lotsengesangverein – aktive Sänger sind es aber nur rund 40. „Der Chor ist wirklich in einer guten Verfassung“, lobt Chorleiter Dr. Michael Pezenburg, der ihn vor gut neun Jahren übernommen hatte. Nachwuchs könne man natürlich jederzeit gut gebrauchen, ergänzt er schnell und lacht. Über drei Jahrzehnte hatte Karl Konertz den Knurrhahn geleitet, nach seinem Tod wurde ein neuer Chorleiter gesucht, aber Pezenburg war erst skeptisch. Mit Seemannsliedern habe er vorher nichts zu tun gehabt, aber nachdem er ein Konzert des Lotsengesangvereins besucht hatte, war er von dem mehrstimmigen und anspruchsvollen Gesang beeindruckt.

Der Knurrhahn singt Arbeitslieder, die berühmten Shanties, aber auch Seasongs, das sind erzählende Lieder, die von den Erlebnissen auf den Reisen berichten. „Wir wollen das alte Liedgut erhalten, aber wir widmen uns der Pflege mit einem gewissen Niveau“, berichtet der Chorleiter. Dass das gut beim Publikum ankommt, beweisen die vollen Konzertsäle und die Veröffentlichungen von inzwischen neun CDs.

„Dem Knurrhahn wird nachgesagt, dass er eine Seele hat. Man spürt, dass wir wissen, wovon wir singen“, berichtet Frank Gülzow, einer der sechs Solisten im Chor. Nicht nur den Zuschauern, auch den Sänger laufe schon mal eine Gänsehaut über den Rücken, wenn von Heimweh oder Molly Malone gesungen werde, ergänzt er. Das Repertoire ist riesig. „Wir können aus dem Stand jederzeit 50 Titel singen“, sagt Pezenburg. Da fällt die Auswahl für ein Konzert schon mal schwer. Eine gute Mischung aus Lebendigkeit und Spaß, aus Gefühlen und guter Unterhaltung – das ist das Ziel. Damit können die Zuhörer schon mal 90 Minuten gefesselt werden. So darf das Publikum auch morgen gespannt sein. „Mit Herrn Ahrend und Takelure werden sehr schöne Glanzpunkte gesetzt, eine gute Verbindung zwischen professionellem Gesang und Laienkunst“, erklärt der Chorleiter.

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