Ein Klärwerk für Preetz und Plön?

Viele Klärwerke müssen dringend modernisiert werden.
Viele Klärwerke müssen dringend modernisiert werden.

Vision kann durch eine Machbarkeitsstudie für 67 000 Euro Realität werden

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14. Mai 2018, 23:16 Uhr

Manchmal muss man auch einfach mal Visionen haben. Das beweisen Ingo Eitelbach, Vorstand der Stadtwerke Plön, und Gerd Schulenburg, Geschäftsführer des Abwasserzwecksverbandes in Preetz. Sie warben vor dem Vorstand der Aktiv-Region um Geld für eine besondere Machbarkeitsstudie: ein gemeinsames Klärwerk der Städte Plön und Preetz. Sie sehen darin eine nachhaltige Daseinsvorsorge mit Modellcharakter für die Region.

Die beiden Klärwerke in Preetz und Plön haben ein gemeinsames Problem: sie sind einfach zu alt. Sie wurden irgendwann in den 1950er und 1960er Jahren gebaut. Durch erhöhte Anforderungen seien in Rhythmen von etwa zehn Jahren immer wieder Erweiterungen an das bestehende Klärwerk angebaut worden, erklärte Gerd Schulenburg. Eine neue Anlage würde heute ganz anders aussehen, als die bestehenden Klärwerke. In Preetz müsse das Abwasser zum Klärwerk hin drei Mal angehoben werden.

So räumte Schulenburg den „kühnen Gedanken“ eines gemeinsamen Klärwerkes zwischen den zwölf Kilometer entfernten Städten Plön und Preetz ein. Es müsse eine zwölf Kilometer lange Druckleitung gebaut werden.

Ingo Eitelbach nannte die Vorteile für die Region: es gebe wirtschaftliche Zahlen, niedrigere Gebühren und die Möglichkeit, die aktuelle Technik zu nutzen. Das sei unter den aktuellen Voraussetzungen nicht möglich. Aktuell gebe es zum Beispiel Probleme bei der Belüftung, die mit hohen Energiekosten einher gehen. Bei einem Klärwerk, das elektrisch und technisch auf dem neuesten Stand ist, gebe es diese Sorgen nicht mehr. Damit könnte auch der Einsatz von Chemikalien zugunsten einer besseren Qualität des gereinigten Abwassers reduziert werden. Der Klärschlamm solle in Hamburg verbrannt werden. Und Platz für eine irgendwann nötige vierte Klärstufe könnten Plön und Preetz gemeinsam auch schaffen.

„Das Projekt ist schon etwas ganz Besonderes“, räumten Schulenburg und Eitelbach ein. Es könne zeigen, wie sinnvoll eine Zusammenarbeit zweiter großer Kommunen auf diesem Gebiet sei. Das könnte eine Machbarkeitsstudie belegen. Kostenpunkt: rund 67 000 Euro.

Doch Schulenburg und Eitelbach brachten nicht alle Vorstandsmitglieder, die später über eine Finanzierung der Machbarkeitsstudie entscheiden, hinter sich. Das Abwasser sei eine ausschließlich an Kommunen gebundene Aufgabe und es gebe eine Gefahr der Unwirtschaftlichkeit, waren nur zwei der Argumente gegen die Vision. „Die Kommunen könnten durchaus von diesem Projekt profitieren“, meine Aktiv-Region-Regionalmanager Günter Möller. Allerdings werde die Aktiv-Region sicherlich nicht in die Umsetzung des Projektes einsteigen können.

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