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Ostholsteiner Anzeiger

17. Dezember 2017 | 06:06 Uhr

Ein Innenminister zum Anfassen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Stefan Studt besucht Flüchtlingsunterkunft / Wagrien-Kaserne soll als eine der ersten Liegenschaften der Bundeswehr übergeben werden

shz.de von
erstellt am 22.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Sie haben keine Berührungsängste, die Flüchtlinge in der Putloser Wagrien-Kaserne. Ein Selfie mit dem Innenminister hier, eine Frage nach dem fehlenden Deutschlehrer vor Ort dort – Stefan Studt (SPD) ist geduldig, hört sich die Anliegen an und antwortet oft: „Das nehmen wir mit, haben Sie vielen Dank.“

Im Akkord bereist der Innenminister in den drei Tagen vorm Fest die mittlerweile 15 Flüchtlingsunterkünfte des Landes mit insgesamt 15  000 Plätzen. Auch Putlos steht auf der Liste – noch. Denn in Putlos geht die Unsicherheit um. „Erst wurde unsere Kapazität auf bis zu 1500 Personen aufgestockt und nun haben wir teilweise unter 300 Menschen hier. Wir fragen uns natürlich, wie es für Putlos weitergeht“, schildert der Ehrenamtliche Hassow Bergande. Studt machte deutlich: „Die Bundeswehr war uns hier eine große Hilfe in der Not, aber Putlos wird auch zu den ersten Liegenschaften gehören, die wir der Truppe wieder zurückgeben, wenn wir sie nicht mehr brauchen.“

Derzeit sind 480 Flüchtlinge in Putlos untergebracht, 50 neue kommen am Weihnachtstag aus Niedersachsen. Als Grund für die verhältnismäßig geringe Zahl im Vergleich zu September (damals rund 900 Flüchtlinge) nannte Studt die Umverteilung in die anderen Bundesländer, weil Schleswig-Holstein die Quote erfüllt habe. Die nächsten drei Monate werde es mit Sicherheit für Putlos weitergehen. „Es wird eine Entscheidung geben, sobald wir die Zahlen vom Bundesamt für Migration haben“, sagte Studt, damit rechnet er im Januar, spätestens Februar. Dies werde keine Entscheidung für das ganze Jahr sein, sondern er gehe davon aus, dass alle drei Monate neu geschaut werden müsse, wie die Situation zu den Prognosen passe. Im Fall Putlos stehe er im direkten Kontakt mit Oberst Ralf Güttler, dem Kommandeur des Landeskommandos Schleswig-Holstein. „Aus Sicht der Bundeswehr freuen wir uns natürlich, wenn uns der Standort wieder zur Verfügung steht. Wir werden es mit Putlos aber nicht überstürzen, denn nichts ist schlimmer als den Standort wieder in Betrieb zu nehmen und dann einen Unterkunftsbetrieb wieder reaktivieren zu müssen.“ Binnen drei Tagen habe die Bundeswehr die Unterkünfte Anfang September geräumt, eine Übung abgebrochen und die Soldaten auf die Heimatstandorte verteilt (wir berichteten). Die Küche werde von der Bundeswehr betrieben und Soldaten unterstützten bei der Registrierung der Flüchtlinge beim Bundesamt für Migration.

Um die Flüchtlinge vor Ort kümmert sich das DRK mit derzeit 42 Mitarbeitern. „Nebenbei bauen wir auch noch Lütjenburg mit auf“, sagt Sebastian Petyrek, der gemeinsam mit Hassow Bergande ehrenamtlich kommissarisch die Leitung übernommen habe, bis eine hauptamtliche Kraft gefunden ist. Auch wenn es mit der Flüchtlingsunterkunft Putlos im nächsten Jahr vorbei sein sollte, ist Petyrek entspannt: „Unsere Verträge laufen alle bis Ende 2016. Und Arbeit auf diesem Gebiet wird es weiter geben.“

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