Ein holpriger Start für Kinder- und Jugendrat

André Jagusch (CDU) ist in die Ratsversammlung gerückt.
André Jagusch (CDU) ist in die Ratsversammlung gerückt.

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06. Juli 2018, 14:06 Uhr

Die Stadt Plön ist laut Gemeindeordnung zur Bildung eines Kinder- und Jugendrates verpflichtet. Im Ausschuss für gesellschaftliche Angelegenheiten, Umwelt und Tourismus (GUT) erläuterte Elke Springer, Teamleiterin Jugend und Soziales, am Donnerstag das mit ihrem Kollegen Jörg Jaudzim entwickelte Konzept.

Der Ausschuss stimmte nach langer Diskussion grundsätzlich zu. Nach den Worten von Bettina Hansen (SPD) bestehe aber in den Fraktionen noch Beratungsbedarf zu Inhalten und Kosten. Am 26. September muss die Ratsversammlung eine Entscheidung treffen.

Um mehr Kinder- und Jugendliche für die Wahl zum elfköpfigen Rat generieren zu können, schlägt Elke Springer vor, als Zielgruppe nicht nur die 605 Plöner Kinder, sondern alle 1220 Kinder und Jugendlichen einzubinden, die in Plön zur Schule gehen. Veranschlagt sind dafür zusammen 18 000 Euro pro Jahr an Sitzungsgeldern und Personalkosten.

Man sollte sich nur um die 605 Plöner Kinder kümmern, den Jugendrat verkleinern und könne so mit weniger als den von Elke Springer veranschlagten neun Stunden auskommen, was Personalkosten spare, so Bettina Hansen. Statt nur über die Homepage der Stadt Plön und das Internet sollte direkt in den Schulen dafür geworben werden, um die Kinder zu motivieren, meinte Dirk Meußer (FDP). Der Termin mit allen Schulen sei schon vereinbart, entgegnete Bürgermeister Lars Winter.

Die Ausschussvorsitzende Dr. Ingeborg Unbehauen (Grüne) zweifelte, ob die große Altersspanne von zehn bis 18 Jahren wegen der verschiedenen Interessen der Arbeit zuträglich sei. Diese Bedenken teilt Elke Springer nicht. Es werde Arbeitsgruppen geben, um Schwerpunkte zu diskutieren. Neun Stunden erachtet sie als notwendig, um den Jugendrat zum Laufen zu bekommen.

Geplant sei, dass die Jugendlichen ihre eigene Homepage erstellen. Statt eines aufwendigen Wählerverzeichnisses setzt Elke Springer auf freiwillige Bekundung: „Wer mitmachen will, meldet sich.“ Heike Charlotte Pracht (CDU) fand das Konstrukt vage und wünschte eine Evaluation des Erfolgsergebnisses nach zwei Jahren. Und André Jagusch (CDU) bewertete den Wohnortbezug der Kinder und Jugendlichen als sinnvoll. Jede Gemeinde müsse eine Beteiligung einrichten. „Vielleicht lassen sich über den Jugendrat spätere Kommunalpolitiker gewinnen.“

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