Ein großes Auto für eine große Familie samt Nikolai und Rollstuhl

Eine Auto für die ganze Familie: Nikolai und seine beiden Brüder Rudi (links) und Sascha sowie (im Hintergrund von links) Rudolf Dederer, Jan Knoop, Wolfgang  Bohn, Tatjana und Anna Dederer. Foto: kf
Eine Auto für die ganze Familie: Nikolai und seine beiden Brüder Rudi (links) und Sascha sowie (im Hintergrund von links) Rudolf Dederer, Jan Knoop, Wolfgang Bohn, Tatjana und Anna Dederer. Foto: kf

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29. Oktober 2011, 07:07 Uhr

eutin | Nikolai ist ein aufgewecktes Kerlchen. Der Siebenjährige erzählt stolz, dass er in die Schule geht, in die zweite Klasse, und dass seine Schule in Schönwalde ist. Nikolai besucht, anders als sein Zwillingsbruder Rudi, keine Eutiner Schule, weil er behindert ist und eine besondere Schule braucht. Cerebralparese heißt die Diagnose: Lähmungen, die durch eine bei der Geburt entstandene Gehirnschädigung verursacht wurden und Nikolai sein Leben lang begleiten werden.

"Wir haben noch Glück gehabt, es gibt viel schlimmere Formen", sagt Nikolais Mutter Tatjana. Nikolai ist nicht nur mit seinem Rollstuhl flott unterwegs, er kann auch kleine Strecken mit Gehhilfen zurück legen. Aber ohne Rollstuhl wird er vermutlich nie leben können.

Und da Nikolai wächst und einen größeren Rollstuhl braucht, kam die "Familienkutsche" der Familie Dederer, ein Seat Alhambra, an ihre Grenzen. Da der Autobauer kein größeres Gefährt im Sortiment hat, scheute sich Jan Knoop vom Autohaus am Bungsberg nicht, die Markentreue für den guten Zweck zu missachten.

Auf dem freien Markt kaufte Knoop einen VW-Bus. Knapp 23 000 Euro wurden aus verschiedenen Quellen aufgebracht, bei deren Erschließung der Eutiner Versicherungsmakler Wolfgang H. Bohn half. Die größte Summe steuerte der Paritätische Wohlfahrtsverband bei, der Kreis und das Bundespräsidialamt beteiligten sich an der Finanzierung, außerdem die Aktion "Ein Herz für Kinder" und zwei Hamburger Stiftungen - und nicht zuletzt das Autohaus am Bungsberg mit 4000 Euro sowie die gesamte Dienstleistung vom Abholen des Autos und Auslegen des Kaufbetrages über TÜV-Vorführung bis zur Ummeldung.

Nikolais Eltern hätten sich gerne an dem Kauf beteiligt. Aber: Bei den Zuschüssen sei Bedingung gewesen, dass der Wagen komplett ohne Geld der Familie finanziert werde, berichtete Bohn.

So blieb der Familie bei der Übergabe des Fahrzeugs am Donnerstag nur, sich herzlich zu bedanken. Alle hätten riesige Hilfsbereitschaft gezeigt, betonte Tatjana Dederer, bevor Nikolai, sein Zwillingsbruder Rudi, sein älterer Bruder Sascha, seine Tante Anna Dederer und seine Eltern die neue "Familienkutsche" in Besitz nahmen.

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