Ein Gefühl der Freiheit

Wilhelm Bielfeld (links) mit seiner Pilotin Ute Rogaski ist zum 25. Mal dabei. Foto: emm
Wilhelm Bielfeld (links) mit seiner Pilotin Ute Rogaski ist zum 25. Mal dabei. Foto: emm

25. landesweites Tandemtreffen des Blindenvereines findet in diesen Tagen in Plön statt

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04. Juni 2011, 06:48 Uhr

Plön | "Radfahren ist ein Gefühl der Freiheit", beschreibt Bettina Wagner ihre Empfindungen, wenn sie per pedales unterwegs ist. Die Beauftragte für das Tandemfahren im Blinden- und Sehbehindertenverein Schleswig-Holstein (BSVSH) traf sich in der Jugendherberge Plön mit neun weiteren Teams zum 25. landesweiten Tandemtreffen.

Die Teilnehmer aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen werden durch ihre sehenden Piloten und zwei Tourenleiter begleitet. Rund 180 Kilometer stehen für die Radler bis morgen auf dem Plan. Ziele waren in den beiden vergangenen Tagen der Kräuterpark Stolpe bei Wankendorf und die Schusterstadt Preetz, heute touren die Teams rund um den Plöner See. Eine Führung durch das Plöner Schloss beschließt die Ausfahrt am Sonntag.

Die sportliche Bewegung und das Gefühl der Freiheit ist für die Blinden und Sehbehinderten der Anreiz des Tandemfahrens. Die hohe Konzentration, wenn sie zu Fuß unterwegs sind, fällt beim Radfahren weg. Als Piloten fungierenden Lebenspartner, Familienangehörige und Ehrenamtler, einige von ihnen vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, beschreiben ihren Mitfahrern die Landschaft.

"Wir Blinden riechen dafür ein Rapsfeld, bevor es unsere Piloten sehen", erläutert Bettina Wagner den Austausch zwischen Sehenden und Blinden. Alle weiteren Wahrnehmungen wie der Untergrund, auf dem gefahren wird, oder das Gefühl der Sonne und dem Wind übernehmen die stärker ausgeprägten Sinne der Blinden.

Da die erste Tandemtour des BSVSH 1986 in Dersau stattfand, war es für die Organisatoren ein Grund mehr, ihre Jubiläumstour am Plöner See starten zu lassen. Wilhelm Bielfeld ist zum 25. Mal dabei: "Ich habe Schleswig-Holstein flächen deckend erlebt." So könne er, sagt der mit 75 Jahren älteste Teilnehmer, seine Erlebnisse besser speichern und an Reportagen über Land und Leute in Fernseh- und Radiosendungen anknüpfen.

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