Ein Gastschüler im Land der Riesen

Joel Lee aus Malaysia und sein „Gastbruder“ Raphael Schlapkohl.
Joel Lee aus Malaysia und sein „Gastbruder“ Raphael Schlapkohl.

Joel Zhen Ern Lee (17) von der malaysischen Insel Pulau Pinang besucht jetzt das Weber-Gymnasium

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21. März 2014, 11:10 Uhr

Von Malaysia ist derzeit oft in den Nachrichten im Zusammenhang mit dem mysteriös über dem Indischen Ozean verschwundenen Passagierflugzeug zu
hören. Am Eutiner Weber-Gymnasium haben die Schüler des zwölften Jahrganges jetzt einen anderen, sehr persönlichen Bezug zu dem Land im fernen Osten gewonnen: Mit Joel Zhen Ern Lee, kurz Joel Lee genannt, haben sie einen Unterrichtsgast aus Malaysia in ihren Reihen.

Mit einem echt norddeutschen „Moin“ begrüßte der 17-Jährige seine neuen Klassenkameraden, bevor er ihnen auf Englisch sein Heimatland präsentierte. Malaysia ist selbst für die international bewanderten Schüler der Europaschule sehr weit weg. Rund 16 Stunden dauerte der Flug, der den jungen Asiaten von Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias, nach Hamburg brachte.

Hier angekommen, hatte hatte er zunächst mit einem längeren Jetlag zu kämpfen. Und mit der Umstellung auf niedrigere Temperaturen: Ist er auf seiner Heimatinsel
Pulau Pinang im Westen des Landes selbst im Winter mindestens 23 Grad Celsius gewohnt, musste er in Eutin feststellen, dass hier die Menschen schon bei 18 Grad von Frühlingsglück sprechen. Ihn störe dieser Unterschied jedoch keineswegs mehr, berichtete Joel seinen neuen Mitschülern am Weber-Gymnasium. Ganz im Gegenteil: Er genieße jetzt schon die frische Brise des Nordens.

Mit dem Ziel, die Welt und vor allem Europa zu sehen, hatte er sich bei der AFS, eine der weltweit größten Austauschorganisationen für junge Menschen, beworben und war schließlich in die Familie des Weber-Schülers Raphael Schlapkohl vermittelt worden. Nachdem Joel Lee sich eingewöhnt hatte, besichtigte er zusammen mit seiner Gastfamilie zunächst Lübeck. Am meisten habe ihn dort nicht das berühmte Niederegger Marzipan beeindruckt, sondern die Architektur der Altbauten und das Holstentor, sagte er hinterher.

Dass er trotz seines Schulabschlusses in Malaysia wieder zur Schule gehen muss, macht ihm nicht viel aus. Er hat das Ziel, bis zum Ende seines Aufenthaltes in einem Jahr flüssig Deutsch zu sprechen. Neben einem Sprachkurs nutzt er eine App auf seinem Smartphone, die ihm dabei helfen soll.

Dies sollte ihm auch nicht zu schwer fallen, da er bereits großes Sprachtalent bewiesen hat. Neben seiner primären Sprache Englisch beherrscht er Mandarin (Hochchinesisch), Hokkien (Dialekt der Süd-Chinesen) und Malaysisch (Bahasa Malaysia), die Sprachen, zwischen denen er zuhause im Alltag fließend wechselt.
Auf die Frage, was er an Deutschland besonders charakteristisch finde, verwies Joel auf deutsches Schwarzbrot: „Das schmeckt mir sehr gut.“ Und verwundert sei er über die Körpergröße der Deutschen, neben denen er sich sehr klein vorkomme.

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