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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 23:30 Uhr

Ein Garten der Seele und ein Garten des Leibes

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Kieler Kunsthistorikerin Annette Splieth beleuchtet in einer Vortragsserie die Geschichte von Teilen des Eutiner Schlossgartens

von
erstellt am 23.Jun.2016 | 13:09 Uhr

„Die Entdeckung eines fast vergessenen Eiskellers“ ist der Titel einer Vortragsreihe der Kunsthistorikerin Annette Splieth (Kiel), die heute (24. Juni) mit dem zweiten Teil fortgesetzt wird. In der Orangerie im Schlossgarten stellt sie um 16 Uhr bedeutungsvolle Elemente des Schlossgartens vor. Am Freitag, 29. Juli, um 17 Uhr folgt die Geschichte des Küchengartens.

Im Zuge der Umgestaltung vom Barockgarten in einen Englischen Landschaftsgarten in den Jahren 1788-1803 ist, wie es in einer Presseitteilung heißt, ein barocker Eiskeller abgetragen und 1794 in der „Ländlichen Gegend“ des Schlossparks wieder aufgebaut worden. Doch der Eiskeller sei nur ein bedeutungstragendes Element des Schlossgartens neben Seepavillon, Lindenallee, Flora, Philosophischer Gang, Irrweg, Tuffsteinhaus, Chinesische Brücke und Monopteros. In dem Vortrag geht es neben der kunsthistorischen und -geschichtlichen Bedeutung auch darum, freimaurerische Zusammenhänge und Bedeutungsebenen zu beschreiben. Erwähnenswert sei auch der unweit des Küchengartens angelegte historische Eiskeller in der ehemaligen Gestalt einer „Einsiedelei“ mit Reetdach. Der in dieser Zeit geläufige Eiskellertyp mit zeltförmigen Rohrschopf sei eine Besonderheit: Auf dem aus Feldsteinen gemauerten Eiszylinder ruhe ein innerer Balkenrahmen in Form eines Pentagrammes. Das Dach ist nicht mehr vorhanden, der Keller aus diesem Grund zur Zeit auch nicht begehbar. Mit Hilfe von Bildmaterial und einem Exkurs zur Geschichte der Eiskeller in Schleswig-Holstein wird die Referentin die Funktion der historischen Eiskeller erläutert.

Im dritten Vortrag am 29. Juli geht es um die Geschichte des Küchengartens, der auf einer Fläche von 1,8 Hektar unter der Herrschaft des Herzogs Peter Friedrich Ludwig (1785-1829) geschaffen wurde. Zahlreiche Obst- und Gemüsesorten wie Kartof-fel-, Brokkoli- oder Spargelpflanzen wurden dort für den Hof angebaut. Neben den heute noch heute existierenden Gebäuden gab es weitere Zweckbauten, darunter ein Weinhaus zur Traubenzucht, ein Pelargonienhaus sowie Ananashäuser.

Historische Quellen sagen welche Fruchtbäume und welches Gemüse hinter diesen Mauern angebaut wurden. Bis 1949 wurde dieser Garten zur Versorgung der Herzöge und ihrer Familien genutzt.

Die Geschichte des Küchengartens ist eng verbunden mit englischen Vorbildern, da die Engländer eine führende Rolle in der Entwicklung des Gartenbaus einnahmen. Peter Friedrich Ludwig unterschied bei der Anlage des Eutiner Schlossgartens zwischen der nützlichen Natur des Küchengartens und der künstlichen Natur des angelegten Parks. Es gab einen „Garten der Seele“ und einen „Garten des Leibes“.

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