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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 21:49 Uhr

Barkau : Ein Floß nur für Flussseeschwalben

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Helfer der Vereine „Wasser, Otter, Mensch“ und der Naturschutzbund haben auf dem Barkauer See eine künstliche Nisthilfe verankert

von
erstellt am 16.Mai.2014 | 15:44 Uhr

Im Barkauer See gibt es eine schwimmende Insel. Es ist eine künstlich geschaffene Brutmöglichkeit vor allem für Flussseeschwalben. Helfer der Vereine „Wasser, Otter, Mensch“ (WOM) und des Naturschutzbundes (Nabu) Eutin haben gemeinsam ein sogenanntes Brutfloß auf dem Barkauer See installiert. Hansi Steffen aus Fassensdorf übernahm mit Traktor und Anhänger den Transport des Materials vom Fassensdorfer Bolzplatz zur Badestelle am Barkauer See.

Dort wurden 25 Elemente im Wasser miteinander verbunden und am Ende mit 800 Kilo Kies befüllt. Nach mehr als fünf Stunden Arbeit wurde das Brutfloß an seinem Liegeplatz verankert. „Das war mein bisher spannendstes Abenteuer“, urteilte Lasse, mit 8 Jahren jüngster Helfer. „Der Brutbestand der Flussseeschwalben an den Seen der Holsteinischen Schweiz ist seit Jahren deutlich rückläufig“, erläutert Carsten Burggraf vom Verein WOM. „Den eleganten Fliegern fehlten vor allem geeignete Brutmöglichkeiten. Zur erfolgreichen Brut benötigen Flussseeschwalben ungestörte Uferzonen sowie vegetationsfreie Inseln oder Dünen mit schütterer Vegetation, um ihre Jungen in Kolonien und geschützt vor
Bodenfeinden wie Fuchs oder Wanderratte aufzuziehen. Diese Bruthabitate sind in unserer Kulturlandschaft selten geworden.“

Am Sehlendorfer Binnensee sowie am Graswarder bei Heiligenhafen habe sich gezeigt, dass die Seeschwalben durchaus künstliche Brutflöße annähmen. Nach diesen Erfahrungen habe WOM mit Mitteln des Artenhilfsprogramms vom Umweltministerium Brutflöße bauen lassen. Seit 2011 seien versuchsweise Flöße auf einigen Seen installiert worden, darunter Hemmelsdorfer See, Dieksee, Kellersee und Großer Eutiner See.Auf dem Hemmelsdorfer See sei das Floß von den Flussseeschwalben angenommen worden. Bei den anderen Gewässern hätten sich die aus mehreren Elementen zusammengesetzten Pontons aber nicht bewährt, da vor allem starker Wellenschlag den Konstruktionen zu schaffen machte.

Deshalb seien die drei Flöße von den großen Seen im April 2014 abgezogen, zerlegt und an ausgewählten kleineren Naturschutzgewässern in windgeschützten Bereichen neu installiert worden: an den Lebrader Teichen, am Kührener Teich und auf dem Barkauer See. Künstliche Nisthilfen seien immer nur eine Übergangslösung, um das Überleben einer Art zu sichern, sagt Burggraf weiter. Deshalb arbeiteten Akteure seit Jahren daran, natürliche Bruthabitate wieder entstehen zu lassen, etwa durch die Entbuschung von Inseln. Im Barkauer See hätten die ersten Flussseeschwalben das Brutfloß entdeckt. Nun bleibe abzuwarten, ob sie es auch zum Brüten nutzten.

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