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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 15:30 Uhr

Green Screen : Ein Film schöner als der andere

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zwei fast ausgebuchte Vorstellungen im Kommunalen Kino Binchen bei der Naturfilm-Präsentation des Ostholsteiner Anzeigers.

von
erstellt am 10.Aug.2014 | 14:57 Uhr

„Das ist unheimlich schwer“, sagt Andrea Stolz und meint die Antwort auf die Frage, welcher der drei Filme der beste gewesen sei. Dann entscheidet sie sich: „Die Spatzen. Weil sie mir so am Herzen liegen.“

Genau so reagiert Kirsten Rosenow aus Eutin: Die Entscheidung falle ihr nicht leicht, aber sie hat dann auf dem Stimmzettel den Film über die Haselmäuse angekreuzt.

170 Menschen sahen am Sonnabend auf Einladung des Ostholsteiner Anzeigers im Kommunalen Kino „Binchen“ drei Filme, die um den Publikumspreis des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages konkurrieren. Zum vierten Mal kam damit ein Stück des Eckernförder Naturfilm-Festivals „Green Screen“ nach Ostholstein. Wie in 14 weiteren Städten wurden die Filme „Planet der Spatzen“, „Kleiner Langschläfer hellwach – Die Haselmaus“ und „Wildes Baltikum – Die Küste“ gezeigt.

Wegen des Interesses im Vorfeld wurden im Binchen zwei Vorstellungen angeboten. In die Nachmittagsschau kamen 76 Zuschauer, darunter viele Kinder. Für die fünfjährige Julika aus Braak war es der erste Kino-Besuch ihres Lebens, den sie gemeinsam mit ihrem Papa absolvierte – und weil sie Spatzen mag, brauchte man ihr die Frage nach dem schönsten Film nicht zu stellen.

Der gleichaltrige Moritz Lepeschka aus Bosau fand den Film über die Haselmaus am schönsten, während seine Oma Karin Lepeschka die Spatzen gewählt hat, wie sie verriet. Denn „wahlberechtigt“ waren alle Zuschauer, ohne Altersbegrenzung. Wie bei allen Vorstellungen im Land konnten sie einen Stimmzettel abgeben. Der Autor des Films mit den meisten Stimmen wird den mit 1000 Euro dotierten sh:z-Publikumspreis bekommen. Das Geld sei für die Filmemacher vielleicht nicht einmal das Wichtigste, sagte Irene Ulrich vom Festival-Verein, die nach Eutin gekommen war. „Die Filme sind ja meistens für das Fernsehen produziert, aber mit dem Publikumspreis haben die Autoren einmal eine direkte Zuschauerreaktion.“

Die fällt, wie die kleine, aber nicht repräsentative Umfrage des OHA nach den Vorstellungen ergab, sehr unterschiedlich aus. Manfred Philipp aus Malente ist passionierter Tierfotograf und weiß, welche Arbeit und vor allem welcher Zeitaufwand mit guten Tieraufnahmen verbunden ist. Vor diesem Hintergrund gab er dem Haselmaus-Film seine Stimme. Das seien wirklich außergewöhnlich gute Aufnahmen gewesen, sagte er.

Der Film hat zwar den Golfplatz Aukrug mit seinen tierischen Bewohnern und besonders der seltenen Haselmause im Fokus, aber auch einen Bezug zu Ostholstein: Wilhelm Diestel aus Kasseedorf, der Nistkästen für Haselmäuse entwickelt und in den Kasseedorfer Tannen hütet, war Berater des Filmemachers Joachim Hinz und wird auch im Abspann erwähnt.

Sowohl nachmittags als auch nach der Abendvorstellung mit 95 Besuchern lagen in der OHA-Umfrage zwei Filme vorne: Die Spatzen und die Haselmaus, die auch von Bernd Matthiesen aus Braak favorisiert wurde, während Irma Sonnenberg aus Krummsee zu den Spatzenfilm-Wählerinnen zählte. Doch auch die unberührte Natur des Baltikums fand ihre Freunde: Sie habe diesen Film gewählt, verriet Kathrin Wienstein aus Eutin, weil er ihre Lust geweckt habe, dort einmal hinzureisen.

Sehenswert waren also alle drei Streifen. Das Ergebnis der Abstimmung – es wurden 160 Karten abgegeben – wird natürlich noch nicht verraten. Aber: „Interessanter Weise war abends ein anderer Film die deutliche Nummer 1“, verrät Irene Ulrich, die zugleich Dank sagt für die Spenden: „Es sind immerhin rund 350 Euro zusammen gekommen.“

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