Ein Fest für eine Zahl

Weit mehr als die 330 Einwohner Sieversdorfs waren zum großen Postleitzahlenfest gekommen.
Weit mehr als die 330 Einwohner Sieversdorfs waren zum großen Postleitzahlenfest gekommen.

Sieversdorfer feiern ihre Postleitzahl 23714 / Mehrere hundert Besucher vor dem Feuerwehrhaus

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24. Juli 2014, 16:28 Uhr

Natürlich hätten die Sieversdorfer auch mit ihrer alten Postleitzahl 2427 ein großes Fest feiern können. Allerdings wäre das Wetter am 2. April 2027 vermutlich längst nicht so gut wie an diesem 23. Juli 2014 gewesen. Ganz abgesehen davon, dass die Feierfreudigen dann noch 13 Jahre bis zu ihrem großen Postleitzahlenfest hätten warten müssen.

Und feierfreudig, dass waren sie. Mehrere hundert Besucher drängten sich auf dem Gelände vor dem Sieversdorfer Feuerwehrhaus. Mit einem so großen Andrang hatte Organisator Jörg Friedrichsen, Vorsitzender des Sieversdorfer Verschönerungsvereins, gar nicht gerechnet. Denn der Ort selber hat nur 330 Einwohner. „Wir wussten nicht, wie viele Leute wohl kommen würden. Das hat uns schon ein wenig bedrückt“, gab Friedrichsen zu. Um so größer die Freude über den Erfolg des Festes. Die Idee dazu habe er im Januar gehabt, wenngleich er auch zugibt, sie von einem anderen Ort übernommen zu haben. Im Laufe der Monate sei das Programm mit Kinderspielen und Musik gereift. „Eigentlich wollten wir nur die große Sause machen“, so Friedrichsen schmunzelnd.

Zu dieser Sause kamen neben vielen „Auswärtigen“, für die am Ortseingang ein großer Parkplatz eingerichtet wurde, natürlich auch einheimische Sieversdorfer. Eine von ihnen war die 60-jährige Roswitha Lorenzen, die nicht nur in Sieversdorf wohnt, sondern dort auch geboren wurde. „Mir gefällt die neue Postleitzahl viel besser als die alte“, sagt sie. Denn die alte habe doch immer ein wenig wie eine Telefonnummer geklungen. Auch Elsa Osterkamp kann mit der seit 1993 gelten Postleitzahl mehr anfangen. „Die lässt sich leichter merken, denn sieben mal zwei ist ja 14.“ Vielleicht aber sei es auch alles nur reine Gewöhnungssache. Dass sich die neue Postleitzahl gut aussprechen lasse, sieht Dieter Lorenzen als Vorteil an. „Die jetzige Zahl hatte man gleich intus“, erinnerte er sich. Anscheinend so gut, dass er die alte schon nicht mehr richtig im Kopf hatte: „Die lautete 2414“, war er sich sicher.

Alles in allem mögen die Sieversdorfer ihre neue Postleitzahl also lieber als die alte. Jörg Friedrichsen hat seine ganz eigene Erklärung dafür: „Sonst hätten wir ja dieses tolle Fest nicht feiern können.“

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