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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 10:10 Uhr

Ein Fernsehstudio mitten in Eutin

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ulf Kahmke ist als Fernsehproduzent und -journalist ein gefragter Fachmann und Kommentator vor allem im Sport – aber auch darüber hinaus

shz.de von
erstellt am 05.Mär.2015 | 15:53 Uhr

Ulf Kahmkes Spezialgebiet ist der Handball. Da hat er es bis ins Champions-League-Finale geschafft. Der Fernsehjournalist, -produzent und Kommentator ist aber auf vielen verschiedenen Gebieten zu Hause. Am Wochenende hat er den TV-Zuschauern von Eurosport die Hallen-Europameisterschaft der Leichtathleten in Prag nahegebracht – aus seinem kleinen Studio in Eutin.

Eurosport ist ein europaweites Netzwerk, viele Länder, viele Sprachen. Die Informationen für die deutschen Sportfans hat Ulf Kahmke geliefert, der an seiner Seite mit dem Leitenden Landestrainer des Schleswig-Holsteinischen Leichtathletikverbandes (SHLV), Hinrich Brockmann, einen erstklassigen Experten hat. Brockmann hat unter anderem den Zehnkämpfer Mike Maczey trainiert, der 2000 in Sydney für Deutschland gestartet ist.

„Es hat natürlich einen Livekommentator vor Ort gegeben, der auf Englisch berichtet hat“, erläutert Kahmke, der direkt mit der Eurosportzentrale in München verbunden ist. Von dort kommt das Livebild, auf einem kleineren Bildschirm kann er das Bild verfolgen, das mit geringer Zeitverzögerung in die Wohnzimmer kommt, daneben ist ein Laptop aufgebaut, der den Livestream im Internet zeigt. Und wenn alle Stränge reißen, gibt es noch das Telefon, über das Kahmke die EM kommentieren kann. Während die Sportler in der Sporthalle in Prag schwitzen, ist auch Ulf Kahmke voll angespannt, ein Blick auf den Schirm, das andere Auge auf die Unterlagen gerichtet, in denen er viele Hintergrundinformationen zu Athleten und Disziplinen gesammelt hat. „Du wirst auch körperlich mitgenommen“, sagt der Journalist.

Ulf Kahmke gilt als akribischer Arbeiter. Er studiert die Informationsmappen des Deutschen Leichtathletikverbandes, sieht sich Videos an und recherchiert im Internet. Dazu kommen persönliche Kontakte. Für Leichtathletik ist bei Eurosport Sigi Heinrich der Top-Fachmann, ein Bayer. „Das kann problematisch werden, aber wir sind auf Anhieb gut miteinander ausgekommen“, sagt Kahmke mit einem Augenzwinkern.

Eurosport ist zurzeit das Standbein, das die größte
öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Aber Ulf Kahmke hat sich auch als Produzent etabliert, seit 17 Jahren bietet er seine Dienste mit „Sport Worx Productions“ an.

„Ich hatte sportlich den fünften Kontinent für mich“, erinnert sich der Fernsehmann an die Zeit rund um die Olympischen Spiele von Sydney 2000. Er hatte die Agentur „Inside Australia“ gegründet und sich international schnell einen Namen
gemacht. Eine besondere
Erfahrung war ein Beitrag
für das Nachrichtenmagazin „Logo“ im Kinderkanal (KiKa) des ZDF.

Kahmke war 1997 mit seiner jungen Familie nach Australien ausgewandert. Für die olympische Eröffnungsfeier hatte er eine Karte vom ZDF bekommen – und sorgte dort für Aufsehen. „Beim Einmarsch des Teams Australia bin ich aufgesprungen und bin mitgegangen. Dafür habe ich mir einige böse Blicke eingefangen“, erinnert sich der Eutiner. Aber Ulf Kahmke hatte einen außergewöhnlichen Grund für seine Beifallskundgebung, denn im australischen Handballteam war seine Ehefrau Lydia Kapitän.

Handball ist Ulf Kahmkes Leidenschaft. Die Karriere als Handball-Profi war zum Greifen nah, er hatte den Vertrag beim THW Kiel unterschrieben – da machte eine Knieverletzung einen dicken Strich durch die Rechnung. Aus war es mit der Sportlerlaufbahn. Den Weg zurück in die Sparkassenarena, die in den achtziger Jahren noch Ostseehalle hieß, hat er mit dem Mikrofon in der Hand geschafft. Als Kommentator für Eurosport für die Spiele der Champions League. Aber er war auch auswärts dabei. „Ich durfte das Final Four der Champions League übertragen“, sagt Ulf Kahmke, der aus der Kölner „Lanxess-
Arena“ live dabei war, als die SG Flensburg-Handewitt im Finale gegen den THW Kiel die Krone des Vereinshandballs eroberte.

Dem THW Kiel ist der TV-Journalist auch auf einem anderen Weg verbunden. Das Video, mit dem der Club bei Heimspielen die Spieler vorstellt, hat Ulf Kahmke produziert. „Ich wollte die Spieler in Bewegung filmen lassen“, erinnert er sich. Eine mit Schaumstoffstreifen gefüllte Stabhochsprunggrube diente der Sicherheit, damit sich
Filip Jicha, Dominik Klein und Co. nicht verletzen. „Der Dreh hat unglaublich viel Spaß gemacht. Für den Video-Clip haben wir zum Teil die Bewegungen rückwärts laufen lassen, das hat wirklich tolle Effekte ergeben“, stellt Kahmke fest. Für die Umsetzung seiner Ideen benötigt er ein Team, vor allem an der Kamera, er ist gut vernetzt, das ist kein Problem.

Sein jüngstes Projekt ist
ein Firmen-Video, in dem er ein Unternehmen vorstellen will. „Sport ist in meinem
Beruf ein wichtiger Faktor,
aber nicht der einzige.“ Ulf Kahmke ist auch an anderen Projekten interessiert: „Ein Film zur Landesgartenschau 2016, das wäre eine reizvolle Aufgabe...“

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