Ein Eutiner war der Chef des berühmten Joseph Pulitzer

Purer Zufall: Martin Vollertsen hatte in seiner Privatsammlung die drei Waffen, mit denen Rekruten der US-Armee vor 150 Jahren ausgestattet wurden.
Purer Zufall: Martin Vollertsen hatte in seiner Privatsammlung die drei Waffen, mit denen Rekruten der US-Armee vor 150 Jahren ausgestattet wurden.

shz.de von
11. Juni 2014, 11:58 Uhr

Was hat Joseph Pulitzer mit Eutin zu tun? Der Namensgeber für den weltweit bekanntesten Preis, den Journalisten bekommen können, begann seine Karriere bei einer Zeitung, die Arthur Olshausen gehörte. Der war 1819 als Sohn des Superintendenten Detlev Olshausen in Eutin geboren worden und hatte Schriftsetzer gelernt, bevor er 1837 in die USA auswanderte. In St. Louis fand er bei der „Westlichen Post“ Arbeit, neun Jahre später wurde er Eigentümer dieser Tageszeitung, die 1867 einen damals noch völlig unbekannten Journalisten namens Pulitzer einstellte.

Arthur Olshausen ist eine der Biografien, die Martin Vollertsen recherchiert und in einer Ausstellung zusammengetragen hat. Die hat den Titel „Das bessere Leben“ und wurde Dienstagabend in der Kreisbibliothek eröffnet, wo sie bis 4. Juli zu sehen
sein wird. Ein anschließender Wechsel in die Partnerstadt Lawrence wurde noch am Abend der Eröffnung vereinbart.

Ein großer Teil der Ausstellung ist Eutinern gewidmet, die in die Staaten ausgewandert sind und dort durchaus Karriere gemacht haben. Ein weiterer Teil beschäftigt sich mit Deutschen in Lawrence, darunter Arthur Gunther, der zu den Siedlern gehörte, die 1854 aus der Region Boston kommend in Kansas den Ort Lawrence gründeten. Ein dritter Teil der Ausstellung enthält Dokumente und Fotos zu den seit 50 Jahren bestehenden Verbindungen zwischen Eutin und Lawrence.

Wesentliches Stilelement der Ausstellung sind großformatige Tafeln, die in Zusammenarbeit mit Joachim Bogs, dem Chef der gleichnamigen Druckerei, entstanden. Bei der Materialsammlung ergab sich für Vollertsen ein außerordentlicher Zufall: In einem Werbeschreiben der US-Army Mitte des 19. Jahrhunderts wurde jedem Rekruten ein Vorderlader-Gewehr, ein Revolver (Marke Colt) und ein Säbel versprochen – alles hatte Vollertsen, Polizeibeamter a.D. und Waffenkenner, in seiner privaten Sammlung. „Den Colt hat jemand im Ottendorfer Dorfteich
gefunden, das war nur ein Klumpen Rost. Es hat drei Tage gedauert, die Waffe zu reinigen.“

Die Idee für diese Ausstellung hatte Brian Scarborough 2011 geliefert: Der Posaunist aus Kansas City nutzte sein Engagement bei den Eutiner Festspielen für die Suche nach Spuren seiner Vorfahren, die er mit Vollertsens Hilfe in der Probstei auch fand.

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