700 Jahre Nüchel : Ein Dorf zum Leben und Arbeiten

Mit einer Girlande geschmückt rückte  das neue  Fahrzeug an.
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Mit einer Girlande geschmückt rückte das neue Fahrzeug an.

Die Jubiläumsfeier in Nüchel beeindruckt viele Gäste. Selbst Innenminister Klaus Schlie lobte: "Hut ab!" Die Südtiroler Begleitmusik entstammte einer "Schnapsidee".

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19. September 2011, 11:12 Uhr

Nüchel | "Ich bin ganz überwältigt, wie schön Nüchel hier beschrieben wird", gestand Dorfvorsteher Dieter Path. Beim Festkommers zum 700-jährigen Bestehen des Ortes, dem 85. Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr und dem 40. Geburtstag des Verschönerungsverein Nüchel schwelgten 15 Redner, unter ihnen Innenminister Klaus Schlie, in Lobeshymnen. "Nüchel ist etwas ganz Besonderes", waren sich dabei alle einig.

"Hier herrscht ein besonderer Geist, der für ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl sorgt", würdigte Minister Schlie am Sonnabend das Engagement der Dorfschaft. Er zeigte sich vor allem begeistert von der großen Präsenz junger Menschen in dem Dorf. Der Minister betonte, dass die Selbstverwaltung mit einer aktiven Bürgergesellschaft und einem großem Anteil an Ehrenamtlichkeit nur dann langfristig Bestand habe, wenn sich die Bürger mit ihrem Ort verbunden fühlen. "Hut ab! Das ist Ihnen hier gelungen und eine ganz tolle Leistung", gratulierte Schlie.

"700 Jahre Nüchel sind 700 Jahre Heimat, das bedeutet eine Gemeinschaft der Generationen sowie Leben und Arbeiten im Dorf, was hier noch möglich ist", sagte die Landtags-Vizepräsidentin Herlich Marie Todsen-Reese. Die CDU-Politikerin bescheinigte den Nüchelern einen großen Bürgersinn.

Die Besonderheit, politisch zur Gemeinde Malente und somit zum Kreis Ostholstein, kirchlich aber dem Nachbarort Kirchnüchel im Kreis Plön anzugehören, führte Landrat Reinhard Sager aus. "Wer die Jugend hat, hat auch die Zukunft", war für den Kreis-Chef das Indiz für eine "liebenswerte Zukunft im Dorf".

Schon die ehrenamtlichen Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten hätten die "Lebendigkeit der Dorfschaft" bewiesen, stellte Malentes Bürgermeister Michael Koch fest. Nüchel sei beispielgebend für ein generationsübergreifendes Miteinander, dass sich der Verwaltungschef künftig in allen Dörfern wünschte.

Mit einem Einmarsch der Musikkapelle Tristach aus Österreich und Fahnenabordnungen der Feuerwehren aus der Gemeinde Malente begann am Sonnabend Tag zwei des dreifachen Jubiläumsfestes, an dem sich 72 ehrenamtliche Helfer vor und hinter den Kulissen seit einem Jahr beteiligten. "Einige nahmen sich extra Urlaub, um in den vergangenen 14 Tagen das Fest vorzubereiten", dankte die Vorsitzende des Verschönerungsvereins, Sabine Path.

Tristachs Bürgermeister Marcus Einhauer verwies auf die 19-jährige Dörfer-Partnerschaft zwischen seinem Ort in Südtirol und Nüchel, die aus einer "Schnapsidee" geboren wurde. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass die Tristacher Hochprozentiges und eine Zapfanlage als Präsente überreichten. "Wenn Gemeinschaft sich in der Form unserer Freundschaft zwischen den Dörfern entwickelt, dann sollten Politiker mehr Schnapssideen verzapfen", war sich Einhauer sicher.

Bevor am Abend das Feszelt eifrigen Tanzpaaren gehörte, stellten der Ortswehrführer Christian Kiel und seine Feuerwehrkollegen in einer Brandschutzübung ihr neues Fahrzeug vor. Als einmalige Aktion wurde es mit einer Girlande geschmückt zum "Einsatzort" gefahren.

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