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Millionenprojekt am Grossen Plöner See : Ein Dorf für Senioren in Bosau

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

„Uhlenbusch“ ist der Name eines Wohnprojektes, das gestern Abend in Bosau vorgestellt wurde. Es soll ein richtiges kleines Dorf für Senioren werden.

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erstellt am 12.Apr.2014 | 04:00 Uhr

Direkt am Großen Plöner See soll auf der Seekoppel in Bosau ein eigenes Dorf für Senioren entstehen. „Uhlenbusch“ ist der Name des Projektes, das in den nächsten Wochen und Monaten die Diskussionen in Bosau beherrschen wird. Das Projekt wurde gestern Abend im gemeindlichen Bauausschuss vorgestellt.

Die Macher sind Adolf Bollmann aus Heringsdorf, Caroline und Ulrich Reimann vom Bicheler Berg in Bosau sowie Frank Michelsen aus Horstorf bei Stockelsdorf. Sie wollen auf dem rund 5 Hektar großen Areal rund 7 Millionen Euro in den Bau einer seniorengerechten Wohnanlage für rund 30 Wohneinheiten und 45 Menschen investieren. Die kleinen Häuser können gemietet werden.

„Mit dem Projekt will kein Investor Geld verdienen“, sagte Adolf Bollmann, der als Mitgliedglied von Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag saß und an der Ostsee nahe Dahme sehr erfolgreich das „Stranddorf Augustenhof“, eine ökologisch geprägte Ferienhaussiedlung, entwickelt hat und betreibt. In Bosau solle eine Idee realisiert werden, denn „der wirtschaftliche und soziale Wandel unserer Zeit macht es erforderlich, unseren bisherigen Lebensstil zu hinterfragen“.

Caroline und Ulli Reimann leben seit 15 Jahren in Bosau und nähern sich dem Rentenalter. Sie wollen auch im Alter so lange aktiv sein, wie möglich, nicht in einem Altersheim leben und weiterhin selbst über sich entscheiden. „Sie wollen ein ,urbanes Leben’ auf dem Land führen und in ihrem Umfeld viele Kontakte zu Menschen haben“, sagte Bollmann. Das liefere das Seniorendorf „Uhlenbusch“.

Senioren können in der Gemeinschaft in altengerechten, kleinen und ökologisch gebauten Häusern leben und sich gegenseitig bei Problemen helfen. Dabei können sie sich in jeder Lebenslage im Haus bewegen. Gemeinschaftsräume sorgen dafür, dass gemeinsam gespielt, gefeiert und gegessen werden kann. Ein Markttreff-Laden ist als Treffpunkt für alle im Seniorendorf „Uhlenbusch“ in Planung. Geboten werden sollen Garten- und Weidefläche für extensive Beweidung oder auch Werkstätten für Holz, Metall und Töpferhandwerk. Das Gelände soll zur Hälfte bebaut und zu anderen Hälfte naturnah gestaltet werden.

„Wir suchen jetzt eine Gemeinde, die das Projekt will“, sagte Adolf Bollmann gestern Abend vor dem gemeindlichen Bauausschuss. Dazu sei es erforderlich, dass Ackerland zu Bauland werde. In Bosau gebe es auch andere Möglichkeiten. Doch die angefragten Grundstücke – darunter auch in der Nachbarschaft das der „Kinder auf Schmetterlingsflügeln“ -  seien nicht verkäuflich.

Die neue Koalition in der Gemeindevertretung aus SPD, Grünen und FDP zeigte sich gestern Abend zunächst sehr skeptisch und wollte das Thema von der Tagesordnung fegen, um erst die Dorfschaft Bosau öffentlich zu informieren. So tief sitzt offenbar der Stachel, den der geplante Verkauf des Geländes für die Ferienwohnungen am Bosauer Strand (der OHA berichtete) gesetzt hat. Bürgermeister Mario Schmidt platzte der Kragen: „Ich verstehe die Bosauer Debatte nicht. Wollen wir jetzt jeden Investor, der in die Gemeinde kommt, skeptisch betrachten?“

Nach dem Bollmann-Vortrag wurde das Projekt „Uhlenbusch“ deutlich weniger kritisch betrachtet. Jetzt soll es bis zur nächsten Sitzung des Bauausschusses am 24. Juni einen Informationsabend in Bosau geben, an dem alle informiert werden.


 

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