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Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 16:51 Uhr

Ein Detektiv mit neuer Popularität

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das vierte Musical, das auf dem Kulturgut Hasselburg produziert wurde, rückt den „Meisterdetektiv“ Sherlock Holmes in den Fokus

Die Bühne ist eingeleuchtet, der Ton eingestellt, der Detektiv ist bereit: Mit „Sherlock“ startet heute (22. Juli) das Kulturgut Hasselburg in den Musical-Sommer. Wie „Der Widerspenstigen Zähmung“, „Così fan tutte“ und „Cyrano“ stammt auch das Stück um Meisterdetektiv Holmes und seinen Gefährten Watson von Gabi Blonski (Text, Bühne, Regie) und Constantin Stahlberg (Musik).

Der britische Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle kreierte einen Detektiv, der von Selbstbewusstsein durchdrungen per logischem Kombinieren die vertracktesten Fälle löst. Alle Welt kennt den Mann mit der Pfeife und der Deerstalker-Mütze. Das Hasselburger Team merkt, dass mit Benedict Cumberbatch als Titelheld der BBC-Serie „Sherlock“ die Wogen der Popularität gerade besonders hoch schlagen: „Der Vorverkauf explodiert regelrecht“, sagt Sophia Kunst, die die Veranstaltungen des Kulturguts plant.

Längst ist man darauf eingerichtet, die Zahl der Sitzplätze aufzurüsten. 350 bis 400 Besucher sind in der ehemaligen Scheune anvisiert. Platziert werden können aber doppelt so viele. „Dann stellen wir eben Stühle dazu“, sagt Kunst. Auf der Bühne probt derweil Johannes Braun seinen Part als Sherlock: „Ich löse Verbrechen aus Leidenschaft, auf Basis forensischer Wissenschaft und mit den Mitteln der Psychologie. Diese Kombination gab es bisher noch nie. Ich bin Sherlock!“.

Der 31-jährige Braun war bisher bei jedem der Hasselburger Musicals dabei – er habe sich als „besonders guter und beliebter Hauptdarsteller“ (Kunst) erwiesen. Ihm zur Seite steht Valentino Karl als Dr. Watson.

Blonski und Stahlberg schicken ihre Akteure auf eine Zeitreise. „Sherlock“ spielt im Jahr 1930 – eine Verbeugung vor Arthur Conan Doyle, der im gleichen Jahr starb. Holmes und Watson sind in die Jahre gekommen und dabei, in eine Seniorenresidenz umzuziehen, als sie auf Merkwürdigkeiten stoßen, die an einen mehr als 40 Jahre zurückliegenden Kriminalfall erinnern.

Plötzlich ist man wieder im Jahr 1899, chronisch überfordert bittet Kommissar Lestrade Sherlock um Hilfe, weil es Gerüchte um ein geplantes Attentat auf Königin Victoria gibt. In das sollen Sufragetten verwickelt sein, die unter anderem für das Wahlrecht der Frau kämpfen und sich zunehmend radikalisieren. (Die echte) Königin Victoria hat von einer „verrückten Narretei“ der Frauenrechte gesprochen. Im Musical helfen Sherlock und Watson dem Kommissar Lestrade (Daniel Holtz) auf die Sprünge. Und es gibt emotionale Verwicklungen: Holmes, der Mann, der sich den Verstand nicht von „romantischen Verlockungen“ vernebeln lassen will, verliebt sich, und dieser Zustand wird zu einer inneren Wandlung führen, soviel ist klar.

Hannah Moana Paul betritt als La Divina Ciatti die Bühne der reinen detektivischen Vernunft, lockert vorhandene Gefühlsblockaden. Zum Ensemble gehören außerdem Ann-Marie Lone Gindner (Sylvie), Bastian Kohn (Sir Timor Ray/Rory) und die Regieassistentin Susann Schulze in einer Nebenrolle.

Eine Vorlage findet der norddeutsche Sherlock übrigens weder bei Doyle noch in den vielfältigen Adaptionen. Er ist für das Kulturgut entstanden.
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Sherlock – Das Musical“ wird aufgeführt am 22. und 23. Juli, am 3., 4. und 6. August sowie am 24., 25., 26. und 27. August (jeweils 18 Uhr). An den Aufführungstagen wird immer ab 15 Uhr ein Rahmenprogramm mit Picknick, Führungen und für Kinder Krimi-Aktionen mit dem Meisterdetektiv geboten. Tickets zwischen 15 und 47 Euro gibt es an der Abendkasse (geöffnet ab 17 Uhr) und unter www.hasselburg.de

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erstellt am 20.Jul.2017 | 13:58 Uhr

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