Eutin : Ein Denkmal für die Schützen

Eine Pappel bekam Heiko Godow als wortführender Vorsteher stellvertretend für die Eutiner Schützen von Stadtwerke-Chef Marc Mißling geschenkt, denn früher wurden die „Vögel“ aus echtem Pappelholz gemacht.
Eine Pappel bekam Heiko Godow als wortführender Vorsteher stellvertretend für die Eutiner Schützen von Stadtwerke-Chef Marc Mißling geschenkt, denn früher wurden die „Vögel“ aus echtem Pappelholz gemacht.

Eutiner Schützengilde setzt im 350. Jahr des Bestehens einen Findling als Erinnerungsanstoß an den Beginn des Bürgervogelschießens

shz.de von
05. Juni 2018, 00:20 Uhr

Was heute als eine der besten innerstädtischen Wohngegenden Eutins gilt, war einst Wiege des Bürgervogelschießens der Eutiner Schützengilde. Rund um den Wasserturm im Bereich der heutigen Bismarckstraße soll zwischen 1668 und 1724 das jährliche Bürgervogelschießen stattgefunden haben.

Im Festjahr des 350. Bestehens setzen die Eutiner Schützen von heute, wie ihr wortführender Vorsteher Heiko Godow gestern sagte, „der Stadt einmal mehr unseren Stempel auf“. Ein großer Findling erinnert, dank Steinmetzmeisterin Martina Stumpf, ab sofort vor dem Wasserturm an die historischen Anfänge der Eutiner Schützengilde. „Damals“, so Godow, „war das hier ein grüner Hügel weit außerhalb der Stadt.“ Die endete damals am Sacktor, am Ende des heutigen Rosengartens. Im Gegensatz zu heute, sei damals die ganze Stadt während des Schützenfestes leer gewesen, denn die rund 450 bis 500 Eutiner hätten sich alle beim Schützenfest amüsiert, das damals als ein Fest der Freude und Ablenkung der Mühen des Alltags diente. Auch heute noch stehe der Frohsinn, die Erhaltung von Werten und Tradition im Vordergrund auf dem Dechantshorst, auf dem die Schützen durch Grundstücktausch seit 1725 das Schützenfest feiern, doch die Zahl der Gäste dürfe sich im Jubiläumsjahr gern erhöhen.

Godow dankte stellvertretend für die Eutiner Schützengilde den vielen, die zur Realisation des Gedenksteines beigetragen haben: Darunter in erster Linie Rolf-Rüdiger Forst, der als Vorsitzender des Vereines zur Förderung des historischen Bürgervogelschießens den Stein schenkte; der Steinmetzin Martina Stumpf, die nicht nur die Jahreszahlen, sondern auch die Silhouette der Vogelstangen auf dem Findling verewigte, den Gebrüdern Hein, die den Stein vom Fundort Sieversdorf bis zum Denkmal-Ort neben den Stufen des Wasserturms transportierten. Auch der Stadt und Margret Möller für ihren Einsatz als FDP-Frau im entscheidenden Kulturausschuss über die Unterstützung der Gilde im besonderen Festjahr dankte Godow – ebenso wie dem Grundstückseigentümer und Stadtwerke-Chef Marc Mißling. „Verglichen mit der langen Tradition der Schützen sind die Stadtwerke mit ihren rund 160 Jahren ein sogenannter Youngster“, sagte Mißling mit einem Schmunzeln. Doch beide, Gilde und Stadtwerke, eine der Wille, sich um die Belange der Bürger Eutins zu kümmern. „Es ging bei beiden um Daseinsvorsorge“, so Mißling. Das erste, das die SWE lieferten war Gas, „nicht zum Heizen, sondern für die Beleuchtung, das schaffte Sicherheit.“ Der Schutz der Menschen stand wie die Tradition und Pflege der Werte heute bei den Schützen im Fokus.

Rolf-Rüdiger Forst regte in seinen Grußworten zur Einweihung an, dem Stein, der wie ganz viele andere auch, Zeitzeuge der bewegten Eutiner Stadtgeschichte ist, eine Legende hinzuzufügen. „Es ist großartig, dass die Gilde dank Marc Mißling den Stein an dieser Stelle setzen durfte, denn wenn etwas nicht mehr da ist, muss es die Möglichkeit geben, sich daran zu erinnern, einen sprichwörtlichen Stein des Anstoßes“, sagte Bürgervorsteher Dieter Holst.

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