Plön : Ein Buch zum Kreisgeburtstag

Kutschfahrt von der Feierstunde zur offenen Tür im Kreishaus: Joachim Grote, Peter Sönnichsen und Stephanie Ladwig.
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Kutschfahrt von der Feierstunde zur offenen Tür im Kreishaus: Joachim Grote, Peter Sönnichsen und Stephanie Ladwig.

150 geladene Gäste feierten den 150. Geburtstag des Kreises Plön und danach den „Tag der offenen Tür“ in der Kreisverwaltung

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25. September 2017, 04:30 Uhr

Mit einem Empfang für geladene Gäste und offenen Türen in der Kreisverwaltung mit vielen Besuchern feierte der Kreis Plön am Sonnabend seinen 150. Geburtstag. Über 150 Gäste von Rang und Namen waren am Vormittag in die Aula des Gymnasiums Schloss Plön gekommen. Im Mittelpunkt stand die Veröffentlichung eines Buches über Menschen und Wirtschaftsbetriebe im Kreis Plön, an dem OHA-Mitarbeiter Jörg Wilhelmy maßgeblichen Anteil in Wort und Bild hatte.

„Der Kreis Plön ist heute zwar mit 128000 Einwohnern der kleinste Kreis, er zählt dafür aber auch zu den schönsten Kreisen im Land“, sagte Landrätin Stephanie Ladwig, die im gesprochenen Duett mit Kreispräsident Peter Sönnichsen die Gäste – darunter auch Innenminister Joachim Grote und viele Repräsentanten wichtiger Institutionen – begrüßte. Und immer wieder standen das gelebte Heimatgefühl und die Menschen im Mittelpunkt.

Sönnichsen und Ladwig lobten die hohe Ehrenamtsquote im Kreis Plön: „Hier stehen die Menschen füreinander ein“, sah Sönnichsen das Erfolgsrezept der vergangenen 150 Jahre Kreisgeschichte. Wenn die Landräte vor 100 Jahren noch von Königen eingesetzt wurden, so freue man sich heute über Demokratie, Gewaltenteilung und Föderalismus. Und: neben dem Landrat gab es nur einen Kreissekretär und einen Kreisboten. „Heute haben sich die Kreise den neuen Aufgaben und Veränderungen gestellt“, sagte Ladwig.

Nach dem Krieg hatte die Daseinsfürsorge eine hohe Bedeutung und zählte zur Grundversorgung. In seiner Geschichte war der Kreis Plön zwei Mal von der Zerschlagung bedroht. „Qualität wird im großen Verbund nicht besser“, sagte die Landrätin. Die Kreise seien gut aufgestellt und sie „übernehmend zunehmend auch gestalterische Aufgaben“.

Seit 1950 sind Verwaltung und Selbstverwaltung getrennt. Plön habe seither 21 Landräte und elf Kreispräsidenten gehabt: am Sonnabend dabei waren Kläre Vorreiter, Helga Hohnheit, Hannelore Fojut und Claus Hopp. Werner Kalinka fehlte.

Stephanie Ladwig freute sich über positive Wirtschaftsdaten im Kreis Plön: „Das sorgt für Sicherheit in stürmischen Zeiten.“ Im Tourismus gelte der Standortvorteil und die Schullandschaft sei gut ausgebaut und funktioniere. Und Peter Sönnichsen erinnerte daran, dass der Kreis Plön eine Kreismusikschule, ein Kreismuseum und eine Kreis-VHS – übrigens als einziger im Land – anbietet. Ladwig gab als Themen für die nächsten 150 Jahre die Digitalisierung, die Inklusion, den Fachkräftemangel, einen modernen und sauberen Nahverkehr sowie Energie und Klima vor.

Innenminister Joachim Grote lobte die Kreise als „Basiseinheit der kommunalen Selbstverwaltung“. Die Zeiten der Sonderrechte des Adels seien vorbei, heute gehe es um die Stärkung der Demokratie und des Miteinanders. Doch: „Die Möglichkeit der persönlichen Einflussnahme vor Ort wird kaum noch erkannt“, fürchtet Grote im Hinblick auf die im nächsten Jahr anstehenden Kommunalwahlen ein weiteres Sinken des Interesses der Menschen. Doch die Menschen machten den Kreis aus. In jedem stecke eine multible Persönlichkeit, die in die Politik eingepflegt werden könne.

Innenminister Grote kündigte eine Neuregelung des Kommunalen Finanzausgleichs an. In Gesprächen solle erörtert werden, wie viel Geld für welche Aufgaben ausgegeben werde. „Es wird neue Wege der Zusammenarbeit geben“, kündigte Grote eine Weichenstellung an. Die bevorstehende Reform werde in einem großen politischen Diskurs münden. Grote: „Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen – und der Kreis Plön gehört zu den Schnellen.“

Die Priörin des Klosters Preetz, Viktoria von Flemming, stellte den Gästen das Buch zum 150. Geburtstag des Kreises Plön mit dem Titel „Kreis Plön ganz menschlich“ vor. Namhafte Persönlichkeiten haben ihre eigene Sicht der Dinge auf den Kreis und die Region gelegt. Landrätin Ladwig nannte die Beiträge „vielseitige Liebeserklärungen an den Kreis Plön“.

Viktoria von Flemming charakterisierte den Kreis Plön als intensiv und wunderbar. Das habe sie selbst bei einer Ballonfahrt über das Kreisgebiet erlebt. Ihr Großvater übrigens sei Anfang des 20. Jahrhunderts Landrat des damaligen Kreises Plön gewesen. Von Flemming erinnerte aber auch an die schwere Notlage nach den Kriegen und die vielen Flüchtlinge, die im Kreis Plön eine Heimat fanden. Sie habe habe einen Pommern geheiratet.

Von Flemming lobte das Buch „Kreis Plön ganz menschlich“, an dem 40 Autoren mit Unterstützung des Journalisten Jörg Wilhelmy aus Lütjenburg beteiligt waren: „Es gibt im Kreis Plön vielfaches Engagement auf vielen Gebieten.“ Die Liebe zur Heimat stehe Zeile auf Zeile im Fokus des Buches, das es im Buchhandel oder auch direkt beim Kreis Plön zu kaufen gibt. 

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