Ein Baum als neue Bleibe

Auch eine Hummel wollte sich im neuen Bienen-Stock umsehen.
Auch eine Hummel wollte sich im neuen Bienen-Stock umsehen.

Wenn Honigbienen sich selbständig machen: Ein ausgebüxter Bienenschwarm sucht sich in der Nähe von Plön einen hohlen Baum als Unterschlupf.

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25. Juli 2014, 11:05 Uhr

Gelegentlich schwärmen Bienen im Frühjahr aus, wenn der Imker es nicht rechtzeitig verhindert, dass eine neue Königin schlüpft und die alte Königin deshalb mit einem Teil des Schwarmes den Stock verlässt. Meist hängen die Immen dann als Traube in irgendeinem Baum und werden von einem Imker wieder eingefangen.

Wenn es ihnen aber wie hier gelingt, eine neue Behausung zu finden, können sie dort eine dauerhafte Besiedlung – sogar über mehrere Jahre hinweg – erreichen, sofern nicht Krankheiten oder die gefürchtete Varroamilbe dem Schwarm zusetzen.

Einer dieser Bienenschwärme hat seine neue Heimat im hohlen Stamm einer alten Buche in der Nähe von Plön gefunden, wo es ihm allem Anschein nach recht gut gefällt. Ab und zu finden sich neugierige Gäste am Flugloch ein wie die hellgelbe Erdhummel oder der Balkenschröter, denen die Bienen aber schnell klar machen, dass sie unerwünscht sind.

Es herrscht reger Flugbetrieb und viele Pollensammlerinnen kehren reich beladen zurück. Bei sonnigem Wetter schwirren hunderte Bienen um das Einflugloch herum oder sitzen dort und fächeln Kühlung in das Innere der Höhle. Wie es in dem Baum genau aussieht, lässt sich nur erahnen, aber wenn der Hohlraum groß genug ist, kann das Volk mehrere tausend Bienen umfassen. Bei diesem Volk zeigen sich viele Exemplare der Buckfastbiene, einer Zuchtrasse der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera), die von Karl Kehrle im englischen Kloster Buckfast ab 1916 gezüchtet wurde. Man kann sie gut am lederbraunen ersten Hinterleibsring erkennen. Wer auf eine solche „wilde“ Bienenbehausung trifft, sollte sich ruhig verhalten und einen ausreichenden Abstand wahren – auch wenn sich die Bienen in der Regel eher friedlich verhalten. In der zweiten Jahreshälfte sind sie schneller bereit, die mittlerweile angewachsenen Honigvorräte zu verteidigen.

Der genaue Ort, an dem diese Bienen wohnen, wird allerdings nicht verraten, um keine Störungen am Stock und keine eventuellen Schäden an Personen zu provozieren.


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