zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 17:53 Uhr

Ein Abend für sportliche Siegertypen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Landessportverband und Vereinigung Schleswig-Holsteinischer Sportjournalisten ehren im Kieler Schloss die Sportler des Jahres 2015

„Hier nominiert zu werden ist der erste Sieg“, sagt Annemarie Stark. Die Weltklasseboxerin des Boxring TSV Plön hat es in diesem Jahr erneut in die Auswahl der zehn Athletinnen geschafft, die als Sportlerin des Jahres 2015 in Schleswig-Holstein zur Wahl standen. Vor einem Jahr war sie Dritte geworden, dieses Mal standen drei andere im Kieler Schloss auf der Bühne. Die Deutsche Meisterin im Halbfliegengewicht schrammte haarscharf am Podium vorbei und belegte mit über 13 Prozent der abgegebenen Stimmen den vierten Rang.

Landessportverband, die Vereinigung Schleswig-Holsteinischer Sportjournalisten und der Norddeutsche Rundfunk machen bei der Sportlerwahl seit vier Jahren gemeinsame Sache. Die Wahl läuft via Internet, 2015 wurden mehr als 10  000 Stimmen abgegeben. Bei den Sportlerinnen gab es eine Überraschung, Tennis-Ass Angelique Kerber wurde „nur“ Zweite, den Titel holten zwei junge Frauen, die im Doppelzweier in Rio de Janeiro bei den Juniorinnen Weltmeister geworden waren: Annemieke Schanze vom Ratzeburger Ruder Club und Frieda Hämmerling von der Rudergesellschaft Germania Kiel. Auf der Bühne werden die Beiden von Gerhard Delling interviewt, danach gibt es die Liveschaltung in das Schleswig-Holstein-Magazin, diesmal mit Maike Jäger am Mikrofon.

Bei der Wahl zur Mannschaft des Jahres gibt es eine Überraschung, Seriensieger THW Kiel landet hinter dem ewigen Rivalen SG Flensburg-Handewitt auf dem zweiten Rang. „Der Zweite ist der erste Verlierer“, sagt Patrick Giencek, der am Vorabend schon eine 27:34-Niederlage gegen die SG kassiert hat.

Das Ruder-Duo Schanze/Hämmerling hat die Ehrung gerade erst realisiert, da betritt Meike Evers-Rölver das Podium. Sie setzt zur Laudatio an: Annemieke Schanze und Frieda Hämmerling sind auch die „Newcomer des Jahres“. Diese Auszeichnung wird zum ersten Mal vergeben – und ist mit insgesamt 1000 Euro dotiert. „Wenn’s läuft, dann läuft’s“, stellt Laudatorin Meike Evers-Rölver fest, die bei den Olympischen Spielen 2000 und 2004 jeweils Goldmedaillen gewann. Meike Evers-Rölver verweist auf die Geschichte, auch der Gold-Achter der Olympischen Spiele von 1960 habe je zur Hälfte aus Athleten aus Kiel und Ratzeburg bestanden. „Den Traum von Olympia habt Ihr jetzt schon im Blick!“, sagt die frühere Ruderin – und erntet ein spontanes „auf jeden Fall!“

Annemarie Stark hat den Abend in netter Gesellschaft verbracht: „Ich habe mit den Handballern des THW Kiel an einem Tisch gesessen, wir haben uns sehr gut unterhalten.“

Kontakte sind enorm wichtig, und mit jedem Erfolg wird der Kreis größer. „Es haben sich auch Freundschaften zu anderen Sportlerinnen entwickelt“, berichtet die amtierende Deutsche Meisterin im Halbfliegengewicht, das ist die Klasse bis 48 Kilogramm. „Wenn ich zu Besuch komme und sage: Ich habe die Trainingsklamotten mit, dann kann ich dort auch trainieren. Sportlerinnen verstehen sich eben untereinander“, sagt Annemarie Stark. Hochleistungssport verlangt einen großen Zeitaufwand, das wissen die Handballer der SG Flensburg-Handewitt und des THW Kiel, ebenso wie der Sportler des Jahres Max Munski, Annemieke Schanze, Frieda Hämmerling und Annemarie Stark. Sie alle trainieren jeden Tag, morgens und abends.

„Allein, dass ich hier sein darf, ist eine große Auszeichnung“, stellt die Boxerin fest. Nach dem offiziellen Teil gibt es ein Büffet, Gelegenheit zum Plausch. Manch ein Athlet ist da aber schon auf dem Heimweg – damit er am nächsten Morgen zur ersten Trainingseinheit ausgeschlafen ist.

zur Startseite

von
erstellt am 19.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen