Ein Abend der Abschiede

Ein Abschiedsgeschenk gab es von Ortswehrführer Dietrich Asbach (re.) für Klaus-Peter Lundius, fast 20 Jahre lang nacheinander Gruppenführer, Zugführer und stellvertretender Eutiner Ortswehrführer. Links Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt.
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Ein Abschiedsgeschenk gab es von Ortswehrführer Dietrich Asbach (re.) für Klaus-Peter Lundius, fast 20 Jahre lang nacheinander Gruppenführer, Zugführer und stellvertretender Eutiner Ortswehrführer. Links Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt.

Jahresversammlung der Eutiner Gemeindefeuerwehr / Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt will 2019 nicht wieder antreten

shz.de von
27. Mai 2018, 15:55 Uhr

Es war ein Abend der Abschiede und der klaren Worte: In der Jahresversammlung der Eutiner Gemeindefeuerwehr, die mit 52 anwesenden von 112 Aktiven nicht beschlussfähig war, kündigte Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt (64) an, 2019 nach 18 Jahren und drei Wahlperioden nicht erneut anzutreten. Und für Margret Möller war es die letzte Feuerwehrversammlung als stellvertretende Bürgervorsteherin. „Mich beschleichen wehmütige Gedanken, es ist definitiv mein letzter Einsatz, es wird keiner mehr folgen“, erklärte Möller. Sie bleibe der Wehr verbunden und werde auch weiterhin Mitglied im Förderverein sein.

Ein Abschiedsgeschenk gab es von Ortswehrführer Dietrich Asbach für Klaus-Peter Lundius, der aus dem Vorstand ausgeschieden war, nachdem er bei den Wahlen zum stellvertretenden Ortswehrführer Jörg Böckenhauer unterlag. „Sieben Jahre Gruppenführer, sechs Jahre Zugführer des 1. Zuges, sechs Jahre stellvertretender Ortswehrführer: Man kriegt keinen Applaus, wenn man das alles macht“, würdigte Asbach Lundius’ Verdienste über fast zwei Jahrzehnte.

Seinen Dank an die Verwaltung verband Kreutzfeldt „mit dem Wunsch nach etwas mehr Menschlichkeit in den Sitzungen bei den für uns zuständigen Ausschüssen. Der Ton ist rauer geworden, das muss nicht sein, wir sind alle Ehrenamtler, man kann sachlich diskutieren.“

27 300 Stunden habe die Feuerwehr für den Dienst an der Allgemeinheit in 2017 geleistet, davon die 27-köpfige Jugendwehr 12 000 Stunden. 1489 Kinder, Jugendliche und Erwachsene seien im Brandschutz unterwiesen worden. Die neue Kinderfeuerwehr erfreue sich mit 20 Mädchen und Jungen zwischen sechs und zehn Jahren regen Zulaufs.

Mit Blick auf die abnehmende Tagesverfügbarkeit mahnte er an, in Ausschreibungen der Stadt Eutin die Unterstützung im einfachen feuerwehrtechnischen Dienst zu einem Ausschreibungskriterium zu machen. Der Grundstein für die Planung des neuen Feuerwehrhauses sei schon im Jahr 2000 gelegt worden. Somit reihe sich das Projekt nahtlos in Projekte wie BER (Berlin) oder S21 (Stuttgart 21) ein. Der Informationsfluss zwischen Feuerwehr und Verwaltung könnte besser sein, monierte Kreutzfeldt. Es wäre angebracht, von Zeit zu Zeit einen Sachstandsbericht zum Neubau zu bekommen. Auch Einladungen zu Vereidigungen von Aktiven in den Gremien vermisst er. Der Digitalfunk habe Einzug gehalten und sei 2017 in Fahrzeugen und Feststationen installiert worden. Am Priwall habe man jetzt auch Glasfaseranschluss. Aber: „Die größte, wichtigste und beste Ausrüstung sind die Menschen“, bedankte sich die stellvertretende Bürgermeisterin Elgin Lohse bei den Aktiven mit Verweis auf die 2017 geleisteten 269 Einsätze. Die meisten Bürger nähmen das Engagement der Wehr eher als selbstverständlich hin. Lohse erinnerte an ihre Ansprache 2013, als man noch geglaubt habe, den Neubau des Feuerwehrhauses auf dem Festplatz hinzukriegen. Unzureichende Hilfsfristen ließen diesen Plan scheitern. „Heute sind wir schlauer, und wir hoffen, dass wir eine gute Lösung finden werden, wir sind noch auf der Suche.“ Jetzt warte man auf das neue LF 20 und peile die Anschaffung einer neuen Drehleiter an. 2000 sei die letzte in Dienst gestellt worden. Die neue Aufwandsentschädigungsverordnung des Landes werde im Sommer in den Eutiner Gremien behandelt.

Stellvertretender Gemeindewehrführer Marco Wriedt und Ortswehrführer Dietrich Asbach beförderten die Sicherheitsbeauftragte der Wehr Martina Böckenhauer zur „Hauptfeuerwehrfrau drei Sterne“. Weil vier Frauen und Männer zur Beschlussfähigkeit fehlten, werden die Punkte Protokoll sowie Kasse 2017 und Haushalt 2019 nachgeholt.

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